Foto: Antony Dickson/AFP/Getty Images
Wissen wir, wer wir sind? Vielleicht haben wir darüber in Wahrheit nur eine schwache Vorstellung. In allen Lebensbereichen werden wir von Auffassungen geleitet, die in der Gesellschaft vorherrschen, und nicht durch unsere eigenen Gedanken.
Sehr oft hören wir: „Ich bin wie ich bin und wenn es jemand nicht passt, wird er sich daran gewöhnen müssen.“ Das bedeutet, dass Menschen sich nicht gern verändern, auch wenn dies ihnen und anderen schadet. Wenn wir uns mit unseren Überzeugungen gleichsetzen, befindet sich unser ganzes Leben im Nebel der Täuschung.
Ein Mensch glaubt vielleicht, dass ihn seine psychologischen Merkmale ausmachen. Sind Reizbarkeit, Ungeduld, Ärger, Bosheit, Neid oder irgendwelche anderen Merkmale tatsächlich die wirkliche Natur des Menschen? Sie sind wahrscheinlich nicht mehr als Gewohnheiten.
Ich hörte von einer Geschichte, dass ein Reporter mit Leuten beim Kennedy Flughafen sprach und ihnen allen dieselbe Frage stellte. Ihn interessierte, was sie glaubten, was das Schrecklichste sei. Unter den vielen Antworten wie Krieg, Katastrophe, Verrat und anderen Leiden hörte er etwas, was ihn in einer Sackgasse landen ließ. Als er einen buddhistischen Mönch, der auf seinen Anschluss wartete, fragte, was er für das Schrecklichste halte, antwortete der Mönch mit einer Gegenfrage:
„Wer sind Sie?“ fragte er.
„Ich bin John Smith“, antwortete der Journalist.
„Das ist Ihr gebräuchlicher Name, aber wer sind Sie?“ fragte der Mönch einmal mehr.
„Ich bin ein Journalist“, antwortete jener verlegen.
„Das ist Ihr Beruf. Wer sind Sie?“ fragte der Mönch weiter.
„Mensch?“ fragte der Reporter als Antwort.
„Dieses ist die biologische Spezies, aber wer sind Sie wirklich?“ fragte der Mönch abermals.
Der Reporter wusste darauf nichts mehr zu sagen und war still. Der Mönch sagte, dass dies das Schrecklichste ist, nicht zu wissen, wer man ist.
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