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Neonazi-Zelle Werbebrief der NSU-Terroristen sichergestellt

Norbert Demuth

17.01.2012

Weiter heiße es in dem Brief: "Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) verkörpert die neue politische Kraft im Ringen um die Freiheit der deutschen Nation. Foto: Volker Lannert/dapd Photo
Weiter heiße es in dem Brief: "Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) verkörpert die neue politische Kraft im Ringen um die Freiheit der deutschen Nation.

Foto: Volker Lannert/dapd Photo

Karlsruhe/München – Ermittler haben auf einer Computerfestplatte aus dem Zwickauer Haus der Gruppierung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) eine Art Werbebrief der Terroristen entdeckt. "Wir haben einen solchen NSU-Brief auf einem Datenträger sichergestellt", sagte der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Marcus Köhler, am Dienstag auf dapd-Anfrage in Karlsruhe. Bislang gebe es aber "keine belastbaren Anhaltspunkte" dafür, dass der Brief auch verschickt worden sei.

Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagausgabe) zufolge wurde das Pamphlet mit dem Dateinamen "NSU Brief.cdr" zuletzt am 5. März 2002 geändert. Zu diesem Zeitpunkt hatten die NSU-Terroristen bereits vier türkischstämmige Kleinunternehmer erschossen. In dem Brief, mit dem sie vermutlich Gleichgesinnte gewinnen wollten, heißt es laut der Zeitung: "Verfolgung und Strafen zwingen uns, anonym und unerkannt zu agieren."

Weiter heiße es in dem Brief: "Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) verkörpert die neue politische Kraft im Ringen um die Freiheit der deutschen Nation. Keine Partei oder Verein ist die Grundlage des nationalsozialistischen Untergrundes, sondern die Erkenntnis, nur durch wahren Kampf dem Regime und seinen Helfern entgegentreten zu können. Die Aufgaben des NSU bestehen in der energischen Bekämpfung der Feinde des deutschen Volkes und der bestmöglichen Unterstützung von Kameraden und nationalen Organisationen."

Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" schrieben die rechtsextremen NSU-Terroristen dies alles in Großbuchstaben mit vielen Fehlern, während die linksterroristische RAF ihre Pamphlete und Bekennerschreiben meist in Kleinbuchstaben verfasst habe.

Nach den bisherigen Erkenntnissen soll die Neonazi-Terrorgruppe bundesweit neun Morde an Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft in den Jahren 2000 bis 2006, den Mordanschlag auf zwei Polizisten in Heilbronn vom April 2007 und zwei Bombenanschläge in Köln von 2001 und 2004 verübt haben.

Als Haupttäter gelten die am 4. November 2011 in einem Wohnmobil in Eisenach tot aufgefundenen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Die in Untersuchungshaft sitzende Beate Zschäpe soll die terroristische Vereinigung mitgegründet haben und darin Mitglied gewesen sein.

(dapd)

 

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