Energie – Wie kommt das Biomethan ins Erdgasnetz? – Roland Schnell - Gastautor
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Wie kommt das Biomethan ins Erdgasnetz?

Roland Schnell - Gastautor

07.10.2007

Alle wollen das Biogas im Erdgasnetz haben. Eine breite Koalition, die von Hans-Kurt Hill (MdB, Fraktion Die Linke) bis zu Marko Mühlstein (MdB, SPD) als Vertreter einer Regierungspartei ging, sprach sich bei der Tagung "Vorrang für Biomethan" am 26. September in Potsdam für die baldige Verabschiedung eines Gesetzes aus, das die Einspeisung von Methan aus nachwachsenden Rohstoffen in das vorhandene Erdgasnetz regelt. Nur Anja Bischof, die den "Bundesverband Gas Wasser" vertrat, legte sich quer und konnte sich vorstellen, daß es auch ohne Gesetz, allein durch individuelle Vereinbarungen gehen könnte.

Letztendlich geht es um Geld. Es geht darum, wer die Aufbereitung des Biogases auf die von der Erdgaswirtschaft geforderte Qualität und Druckstufe bezahlen soll. Es stehen zusätzliche Kosten von 6 bis 12 Cent pro KWh (thermisch) im Raum. Während Cornelia Behm (MdB, Fraktion B'90/Die Grünen) glaubt, daß die Endkunden bei einer "transparenten Abrechnung" auch beim Gas gerne die Mehrkosten für die erneuerbare Energie bezahlen würden, betonte Aribert Peters vom Mitveranstalter "Bund der Energieverbraucher" daß die Gasversorger durch überhöhte Preise satte Gewinne eingefahren hätten und durch die starre Kopplung des Erdgaspreises an den Ölpreis weiter gut verdienen würden. Hans-Kurt Hill unterstrich das noch mit der Forderung, daß die Kosten für die Aufbereitung und den Netzausbau komplett von den Gasversorgern übernommen werden müßten.

Damit konnte sich auch der Frank Petzold vom Deutscher Bauernverband anfreunden, der seine Bauern keinesfalls als Betreiber von Aufbereitungsanlagen und Gasnetzen sehen möchte und dem es schon ein bißchen mulmig wurde, wer alles die Hand auf Früchte des deutschen Ackers legt. Immerhin wollen sich die Erdgasversorger mit dem Biogas auch noch ein großes Stück vom Kuchen der Biokraftstoffe abschneiden. Die Flächen für nachwachsende Rohstoffe lassen sich nicht unbegrenzt ausweiten und so stellt sich die Frage des Imports von Biomethan. Warum die Versorgung mit Erdgas aus Rußland fraglich, die Versorgung mit Biogas aus der Ukraine aber stabil sein würde, blieb ebenso unbeantwortet, wie die Frage, ob das Biomethan nicht besser mit thermischen Verfahren aus Holz statt fermentativ erzeugt wird.

Zurückhaltend gab sich Claudius da Costa Gomez vom Fachverband Biogas, der in der Gaseinspeisung keine kurzfristige Rettung für seine schon wieder kriselnde Branche sieht. "Die Aufträge für 2008 haben sich halbiert" sagte er und begründete das mit den gestiegenen Kosten auf der Rohstoffseite.. Bei gerade mal drei Standorten mit Gaseinspeisung und knapp 4000, die Strom und Wärme erzeugen, drängte er auf eine baldige Novellierung des EEG mit einer Anpassung der Vergütungssätze an die neuen Realitäten. Das wurde ihm von den anwesenden Politikern versprochen.

Es ist vom Veranstalter zugesagt worden, daß die Vorträge unter www.gaseinspeisegesetz.de zugänglich gemacht werden. Damit können mehr als die 100 Teilnehmer, die persönlich in die IHK Potsdam gekommen waren, von den Ausführungen der Referenten ihren Nutzen ziehen, die das Thema Gaseinspeisung unter technischen, juristischen und politischen Aspekten behandelt haben.

Während in Brandenburg noch diskutiert wurde, werden in Schwaben schon die Pflöcke eingeschlagen. Die Energieversorgung Filstal (EVF) wird für 30 Millionen € auf der Schwäbischen Alb eine "Technologieplattform" errichten, in deren Mittelpunkt eine Pilotanlage zur Erzeugung von Methan aus Holz steht und EVF-Geschäftsführer Wolfgang Berge umwirbt bereits Stadtwerke, die damit ihren Anteil an regenerativer Energie bringen können. Knapp 2 Millionen Fördermittel des Landes Baden-Württemberg hat Wirtschaftsminister Ernst Pfister schon zugesagt. Von einem Einspeisegesetz und Vergütungssätzen war dabei nicht die Rede.

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