Aktuelle Nachrichten – International
18.12.2011
Beirut – Schwere Gefechte in der Mitte und im Norden von Syrien haben am Sonntag mindestens 14 Zivilpersonen und sechs Regierungssoldaten das Leben gekostet. Unter den sechs getöteten Soldaten in der Ortschaft Kusair in der Provinz Homs sei auch ein Offizier, berichtete das in London ansässige Syrische Observatorium für Menschenrechte unter Berufung auf Aktivisten vor Ort.
Auch aus mehreren Dörfern in der Region Dschabal al Sawija nahe der türkischen Grenze wurden Feuergefechte gemeldet. Die 14 Zivilpersonen seien in der Region Homs, in Dschabal al Sawija und in der Ortschaft Maaret al Numan im Norden ums Leben gekommen, erklärten das Observatorium und die Örtlichen Koordinationskomitees.
Bereits am Samstag hatten die Sicherheitskräfte mindestens 20 Menschen erschossen, den Großteil von ihnen in der Provinz Homs, teilte das Observatorium mit. Die Koordinationskomitees hingegen berichteten von 34 Toten, darunter acht abtrünnige Soldaten.
Die Arabische Liga gab der syrischen Regierung bis Mittwoch Zeit, um Beobachter ins Land zu lassen. Andernfalls werde sich die Organisation wahrscheinlich an den UN-Sicherheitsrat wenden, um die Gewalt gegen Regimekritiker zu stoppen, sagte der katarische Ministerpräsident Scheik Hamad Bin Dschassem Bin Dschabr al Thani am Samstag. Arabische Außenminister wollten am Mittwoch in Kairo zu einem "entscheidenden und wichtigen" Treffen zusammenkommen, um über die nächsten Schritte zu beraten.
Dem katarischen Regierungschef zufolge sind die arabischen Staaten nahezu einstimmig dafür, die Angelegenheit vor die Vereinten Nationen zu bringen, nachdem Syrien einen Vorschlag der Arabischen Liga zum Ende der Gewalt abgelehnt hat. Nach dem Friedensplan sollte die Regierung von Präsident Baschar Assad die blutige Niederschlagung der Proteste beenden und arabische Beobachter ins Land lassen. Syrien hatte Änderungen an dem Plan verlangt, die die Arbeit der Beobachter betrafen.
Die Arabische Liga setzte wegen des Vorgehens gegen die syrische Opposition bereits die Mitgliedschaft Syriens in der Organisation aus. Zudem verhängte sie Sanktionen gegen das Assad-Regime. Allerdings waren sich die Mitgliedsstaaten der Liga darüber uneinig, ob sie über die Grenzen der arabischen Welt hinaus die internationale Gemeinschaft um Hilfe bitten sollten. Die Äußerungen des katarischen Ministerpräsidenten legen nahe, dass sich der Widerstand innerhalb der Organisation gegen ein Eingreifen von Außen verringern könnte.
In Syrien war die Gewalt zuletzt weiter eskaliert, was zu Sorgen führte, dem Land stehe ein Bürgerkrieg bevor. Die Vereinten Nationen erhöhten die Zahl der Toten bei dem seit neun Monaten andauernden Aufstand gegen das Assad-Regime inzwischen auf mehr als 5.000.
Unterdessen traf eine irakische Delegation in Syrien ein, um mit Präsident Baschar Assad über eine Initiative zum Ende der Krise in dem Land zu beraten. Ein Berater des irakischen Ministerpräsidenten Nuri Al-Maliki, Ali al Mussawi, sagte, die Delegation bemühe sich um eine friedliche Lösung des Konflikts, die "Syriens Einheit bewahrt".
(dapd)
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