Umwelt – Wieder Eisbären-Nachwuchs im Nürnberger Zoo – Brigitte Caspary
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Bärenstark Wieder Eisbären-Nachwuchs im Nürnberger Zoo

Brigitte Caspary

26.11.2008

Eisbärin Vera mit ihren neugeborenen Eisbärenbabies in der Bruthöhle, aufgenommen von der dort fest installierten Kamera. (AP Photo/Tiergarten/Stadt Nürnberg)
Eisbärin Vera mit ihren neugeborenen Eisbärenbabies in der Bruthöhle, aufgenommen von der dort fest installierten Kamera. (AP Photo/Tiergarten/Stadt Nürnberg)

Nürnberg – Eisbärin Flocke hat zwei Geschwister bekommen. Kurz vor Flockes erstem Geburtstag brachte ihre Mutter Vera im Nürnberger Tiergarten Zwillinge zur Welt. Die beiden Eisbären-Babys wurden bereits am Freitagmorgen geboren, wie Tiergartendirektor Dag Encke am Mittwoch in Nürnberg bekanntgab. Sowohl die Mutter als auch die beiden Jungtiere seien wohlauf. Das Geschlecht der etwa 500 Gramm schweren Babys werde man voraussichtlich erst in drei bis vier Monaten feststellen können.

Über eine in der Wurfbox installierte Kamera hatten die Tierbetreuer den Nachwuchs entdeckt. Der Tiergarten zeigte eine Aufnahme, in der die beiden Jungtiere in Größe eines Meerschweinchens gut zu erkennen sind. In dem Film strampeln sie auf dem mit Stroh bedeckten Boden der Wurfbox, rangeln sich bereits leicht und schreien laut.

Vera kümmere sich „hervorragend um die Kleinen“ und säuge sie häufig, sagte Encke. Unklar sei aber, ob die Jungtiere dabei auch ausreichend Milch bekämen. „Wir gehen aber davon aus, dass wir keine Handaufzucht brauchen“, sagte Encke. Die Überlebenschanchen für die Eisbärenbabys lägen bei 50 Prozent, sagte der stellvertretende Zoodirektor Helmut Mägdefrau. Zoobesucher müssen sich noch mindestens bis zum Frühjahr gedulden, bis sie einen Blick auf die Tiere werfen dürfen.

Die Eisbären brauchen absolute Ruhe

Es sei absolut notwendig, Vera in den nächsten Wochen nicht zu stören, sagte Encke. Daher werde das Gehege von Vera weiträumig abgeschirmt. Nachts soll sogar ein Wachdienst für die Ungestörtheit der Eisbären sorgen.

Die Eisbären-Zwillinge wurden am Freitag zwischen sechs und zehn Uhr morgens geboren, sagten die Zooleiter. Die Geburt selbst sei leider nicht aufgenommen worden, da sich Vera etwas abgewendet habe, sagte Encke. Gegen 8.20 Uhr seien erste zaghafte Schreie aufgezeichnet worden.

Die Jungtiere seien trotz Kamera nicht rund um die Uhr zu sehen, da sie die meiste Zeit von ihrer Mutter verdeckt würden, sagte Encke. „Die Aufnahmen helfen uns wenig bei der Entscheidung, ob wir eingreifen sollen oder nicht“, erklärte der Zoodirektor.

Die sechs Jahre alte Eisbärin Vera wurde im März mit Flockes Vater Felix gepaart, der inzwischen in einem Zoo in Dänemark lebt. Vor etwa zwei Monaten hatte Vera damit angefangen, sich in ihrem Stall eine Höhle aus Stroh zu bauen. Das wurde von den Tierpflegern als Vorbereitung auf eine Geburt gewertet, weshalb vorsorglich die Kameras installiert wurden.

Eisbären sollen frühestens im März zu sehen sein

Bis die Bevölkerung einen Blick auf die Jungtiere werfen kann, dürften wieder einige Monate vergehen. Normalerweise ziehen sich Eisbären nach der Geburt bis zu acht Monate in ihre Wurfhöhle zurück und nehmen während dieser Zeit auch keine Nahrung zu sich. Erst wenn die Jungtiere größer sind, gehen sie mit ihrer Mutter ins Freie. Das wird nach Einschätzung Mägdefraus im März oder April der Fall sein. „Wir haben Geduld. Wir warten“, betonte er.

Mit einer ähnlichen Aufregung wie um Flocke, die mit der Flasche aufgezogen wurde, rechnet die Zooleitung diesmal nicht. „Eine Mutter mit Jungtieren wird zwar viele Besucher interessieren, aber nicht so wie das Individuum Flocke“, sagte Encke. Für die Eisbärin, die am 11. Dezember ein Jahr alt wird, werde noch immer nach einer Spielgefährtin gesucht. (AP)

 

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