Unternehmen – Windkraftanlagen statt Handelsschiffe – DAPD
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Hochtechnologie-Standort für Offschore Windkraftanlagen statt Handelsschiffe

DAPD

29.09.2009

Offshore-Park vor der dänische Nordseeküste. Die deutschen Windstromerzeuger beklagen zunehmende Einschränkungen aufgrund von Sicherheitsbedenken der Bundeswehr. Immer häufiger werden Windparks nicht genehmigt. Neue Windräder werden dennoch fleißig hergestellt. (AP Photo/Heribert Proepper)
Offshore-Park vor der dänische Nordseeküste. Die deutschen Windstromerzeuger beklagen zunehmende Einschränkungen aufgrund von Sicherheitsbedenken der Bundeswehr. Immer häufiger werden Windparks nicht genehmigt. Neue Windräder werden dennoch fleißig hergestellt. (AP Photo/Heribert Proepper)

Hamburg/Düsseldorf – ThyssenKrupp verkauft den größten Teil seiner Werft Nordseewerke in Emden an den Windanlagenhersteller SIAG Schaaf. Wo bisher Schiffe entstanden, sollen künftig Windkraftanlagen gebaut werden. Die ThyssenKrupp-Tochter Marine Systems (TKMS) teilte mit, der Aufsichtsrat habe grünes Licht für den Verkauf gegeben. Damit werde die Werft „zum Hochtechnologie-Standort für Offshore-Windkraftanlagen“. Gleichzeitig würden betriebsbedingte Kündigungen vermieden.

Laut ThyssenKrupp werden insgesamt 721 der 1.196 Nordseewerke-Mitarbeiter von dem Windanlagenbauer übernommen. Die übrigen Schiffbauer bleiben bei ThyssenKrupp Marine Systems oder gehen freiwillig. Über einen möglichen Kaufpreis wurde nichts mitgeteilt.

Bisher wurden in den Nordseewerken Handelsschiffe und Kriegsschiffe gebaut. Der Handelsschiffbau ist jedoch wegen der Wirtschaftskrise zusammengebrochen. Den Bau von Kriegsschiffen will ThyssenKrupp an den Werftenstandorten Kiel und Hamburg bündeln.

Proteste bei den Gewerkschaften

Bei der Gewerkschaft IG Metall stieß der gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat beschlossene Verkauf auf scharfe Ablehnung. IG Metall-Bezirksleiterin Jutta Blankau sprach von einem „schweren Schlag für den Schiffbau in Norddeutschland“.

Die Gewerkschafterin betonte: „Mit den heutigen Beschlüssen ist TKMS ein reiner Rüstungskonzern, der sich vorerst noch den Yachtbau und Reparaturbetrieb bei Blohm + Voss in Hamburg leistet.“ Für die Beschäftigten sei diese Neuausrichtung eine große Gefahr. Denn Auslastungslücken im militärischen Bereich ließen sich künftig nicht mehr ausgleichen. Über die Zukunft der Kieler Werft HDW-Gaarden wurde vom Aufsichtsrat noch nicht entschieden.

Der ThyssenKrupp-Konzern leidet derzeit massiv unter den Folgen der weltweiten Konjunkturkrise und hat sich deshalb die größte Umstrukturierung seit dem Zusammenschluss von Thyssen und Krupp in den 90er Jahren verordnet. Weltweit hat der Konzern, der in diesem Jahr mit tiefroten Zahlen rechnet, in den vergangenen Monaten bereits 16.000 Stellen abgebaut. (AP)

 

 

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