EZB-Bankenaufseher wollen Abbaupläne für faule Kredite „rigoros überprüfen“

Die EZB-Bankenaufseher wollen die Pläne europäischer Banken zum Abbau fauler Kredite "rigoros überprüfen", so EZB-Aufseher Ignazio Angeloni.

Die EZB-Bankenaufseher wollen die Pläne europäischer Banken zum Abbau fauler Kredite nach Worten von EZB-Aufseher Ignazio Angeloni „rigoros überprüfen“.

In vielen Fällen werde man „hoffentlich sagen können, dass die Pläne in Ordnung sind“, sagte Angeloni dem „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe). „Aber in einigen Fällen werden wir Banken sagen müssen, dass sie ehrgeiziger mit dem Thema umgehen müssen.“

Vor Kurzem hat die EZB eine Richtlinie für faule Kredite veröffentlicht, die für künftige notleidende Kredite gelten soll. Sollten die Banken mit dem Abbau fauler Kredite nicht schnell genug vorankommen, könnte die EZB diese Richtschnur aber auch auf Altbestände anwenden.

Ob dies geschieht hängt laut Angeloni davon ab, „wie erfolgreich die Banken beim Abbau ihrer notleidenden Darlehen sind“. Grundsätzlich gelte, „wenn die Pläne der einzelnen Banken vollauf zufriedenstellend sind, müssen wir nicht handeln“, so Angeloni, der im Aufsichtsgremium der EZB-Bankenaufsicht sitzt. Die Entscheidung darüber falle im ersten Quartal 2018.

Grenzüberschreitenden Großfusionen von Banken steht Angeloni offen gegenüber. „Unter den globalen Top Ten befinden sich aktuell vielleicht ein oder zwei europäische Banken. Man könnte meinen, dass Raum für mehr europäische Institute in der Eliteklasse wäre“, sagte er. „Wir sind prinzipiell nicht gegen solche Fusionen, solange die Geschäftsmodelle schlüssig sind“, sagte er.

Banken, die wegen des EU-Austritts Großbritanniens Teile ihres Geschäfts in andere Länder der EU verlagern wollen, mahnte er zur Eile. „Die Banken sind das Thema zwar frühzeitig angegangen, allerdings haben ihre Fortschritte in letzter Zeit nachgelassen. Sie sollten keine Zeit verlieren“, so der Bankenaufseher. (dts)

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