Wall-Street-Legende Victor Sperandeo und Edwin Vieira im Interview: „Fed ist verfassungswidrig und potenziell extrem korrupt“

Der Anwalt für amerikanisches Verfassungsrecht, Edwin Vieira Jr., erklärt die Geschichte und die rechtliche Struktur des Federal Reserve Systems (Fed). Einleitendes Statement von der Wall-Street-Legende Victor Sperandeo. Epoch Times: Mr. …

Der Anwalt für amerikanisches Verfassungsrecht, Edwin Vieira Jr., erklärt die Geschichte und die rechtliche Struktur des Federal Reserve Systems (Fed). Einleitendes Statement von der Wall-Street-Legende Victor Sperandeo.

Epoch Times: Mr. Sperandeo und Mr. Vieira, Sie sind die beiden Co-Autoren von „Crash Maker“, einem fast 1500 Seiten langen Buch, das sich mit der Federal Reserve, einem instabilen Finanzsystem und Gold befasst. Könnten wir nicht als Auftakt das Gespräch über das Buch ein wenig beiseite lassen und Themen besprechen, die auf dem heutigen Markt und für die Gesellschaft relevant sind?

Victor Sperandeo: Dieses Buch aus dem Jahr 2000 handelt von einem Bösewicht und es ist als ein fiktives Buch geschrieben. Der Bösewicht ist der Vorsitzende des Federal Reserve Board. Es wird versucht, in einer allegorischen Form zu zeigen, wie mächtig diese Position ist; wenn jemand sehr intelligent ist, aber auch noch korrupt, könnte er erheblichen Schaden für die Bürger der Vereinigten Staaten verursachen.

Dies ist nicht die Art, in der die Verfassung geschrieben wurde. Der Federal Reserve Act von 1913 ist verfassungswidrig. Das Geldsystem, das wir haben, ist verfassungswidrig, und es ist potenziell extrem korrupt. Das ist die Quintessenz des Buches. Es zeigt, wie es von den Machtgelüsten des Vorsitzenden der Fed beschädigt werden kann.

Epoch Times: Mr. Vieira, was haben Sie als Staatsrechtler über die Fed zu sagen?

Edwin Vieira Jr.: Was die meisten Menschen nicht kennen, ist die Geschichte der Federal Reserve, die wirklich bis zu den Anfängen des Landes und Alexander Hamilton zurückreicht. [Anm. der Red.: Alexander Hamilton (* 11. Januar 1757; † 12. Juli 1804 in New York) gilt als einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten.]

Er wollte die großen finanziellen Interessen des Landes mit dem US-Finanzministerium kombinieren, so dass die großen finanziellen Interessen eine Unterstützung der neuen Regierung sein würden. Das war die Grundlage für seine Annahme von der neuen Bundesregierung zum Zustand der revolutionären Kriegsschulden. So entstand diese Art von Symbiose oder inzestuöser Beziehung zwischen Bankiers und Finanziers in der Privatwirtschaft auf der einen Seite und dem US-Finanzministerium auf der anderen.
Das ging weiter mit der Ersten Bank der Vereinigten Staaten, die eine Privatbank war, angemietet vom Kongress. Und dann die Zweite Bank der Vereinigten Staaten, die in der berühmten Bankenkrise mit Präsident Andrew Jackson entstand, als Jackson im Wesentlichen die Bank besiegte und die Bank ihre Zulassung verlor.

Eine andere dieser inzestuösen Beziehungen war das Nationale Währungsgesetz, welches das nationale Bankensystem geschaffen hat und heute ein Teil der Federal Reserve ist.

Alle diese nationalen Banken gehen zurück auf Bürgerkriegsrecht. Das System hatte eine inhärente Instabilität, da es ganz auf minimale Reserven gegründet war, und in diesem speziellen Fall war es an die Höhe der bestehenden US-Schulden gebunden.
Damals waren die Regierung der Vereinigten Staaten und die Bevölkerung nicht daran interessiert, die Schulden auszuweiten, aber die Banker mochten das nicht. Also wurde das Federal Reserve System wieder auf dieser gleichen symbiotischen Beziehung aufgebaut, das Finanzministerium auf der einen Seite, die Banker auf der anderen, um das gesamte System zu stabilisieren.
Gebunden an die Verschwendungssucht der Banken
Epoch Times: Das Minimalreservesystem war für die meisten der finanziellen Panikattacken in den späten 1800er- und frühen 1900er-Jahren verantwortlich.

Vieira: Wenn man sie richtig interpretiert, würden Sie sehen, dass sie an die Verschwendungssucht der Banken gebunden waren, aber die Banker sagten: „Gut, das ist so, weil wir keinen Kreditgeber der letzten Instanz haben. Wenn wir jemanden hätten, der Liquidität hineinpumpen könnte, wenn wir diese Paniksituationen haben, weil das Mindestreserve-System zusammenbricht; wenn wir solch eine Art von System hätten, dann könnten wir die Panik in den Griff bekommen. Wir würden nie eine Inflation haben, und wir würden nie eine Depression bekommen.“
Also, das System ist rechtzeitig für den 1. Weltkrieg 1914 einsatzbereit. Doch nach dem Ende des Ersten Weltkrieges von 1921 bis 1922 sieht man die erste Depression unter der Federal Reserve.

Dann kommt die Bankenkrise nach dem Börsenkrach 1929. In den Jahren 1931 und 1932 war dies der große Zusammenbruch des Federal Reserve System.

Roosevelt kommt 1933 ins Amt, greift nach dem Gold der amerikanischen Bürger, macht aus den Federal Reserve-Noten zum ersten Mal ein gesetzliches Zahlungsmittel, und hebt alle Goldklausel Verträge auf, die öffentlich oder privat bestanden.
[–Die Währungseinheit war Silber oder Gold – gemessen in Silber–]
Epoch Times: Warum ist das alles verfassungswidrig?
Vieira: Erstens, wenn Sie nach der Währungseinheit suchen, verlangt die Verfassung eine Währungseinheit als eine Silber-Einheit, den sogenannten Dollar. Das war der spanische Metall-Dollar; er wurde vom Kontinentalkongress verabschiedet und er wurde vom Kongress verabschiedet, nachdem die Verfassung ratifiziert worden war.

Und Gold musste auch im System sein, in einem, was ich Zwei-Metall-System nennen würde. Die Währungseinheit war Silber oder Gold und musste in Silber gemessen werden, aber beide sollten nebeneinander im Umlauf sein.

Aber die Banken arbeiteten nach dem Mindestreserve-Prinzip und erzeugten Währung basierend auf Schulden und nicht auf der Basis der tatsächlichen Gold- oder Silberreserven. Dies war die Instabilität im System. Sie liehen mehr Geld aus, als sie an echtem Geldwert im Tresor hatten.
Epoch Times: Und wenn die Leute jemals ihre Währung einlösen wollten, waren die Banken mit ihrem eigenen Bankrott konfrontiert.

Vieira: Das ist richtig. Dann wandten sich die Banken an die Regierung und der erste Schritt war, was sie eine Aussetzung der Zahlungen von Geldnoten nannten.

Die Regierung sagte: „Nun, Sie müssen nicht den Gegenwert dieser Geldnoten auszahlen; Sie müssen diese Geldnoten für einige Zeit nicht einlösen, während Sie gerade Ihre Kreditportfolios in Ordnung bringen.“

Einige von ihnen gingen natürlich Pleite, einige von ihnen nicht. Aber das war ein Sonderfall, dass die Regierung ins Spiel kam, um die privaten Banker zu schützen.
Das war in den 1820er-Jahren, den 1830-ern, vor dem US-Bürgerkrieg. Dann, nach dem Bürgerkrieg, mussten die in symbiotischer Beziehung stehenden nationalen Banken US-Schulden kaufen und erhielten 90 Prozent vom Nominalwert dieser Schuld in der Währung, die sie dann nach dem Mindestreserve-Prinzip ausleihen konnten.

Die Schwierigkeit in diesem System war, dass zu dieser Zeit die Amerikaner nicht bereit waren, eine endlose Ausweitung der Schulden zu tolerieren, so dass die Banken nicht in der Lage waren, die Menge der Währungen und Kredite zu erhöhen.
[–Und die Fed löst dieses Problem für die Banken?–]
Epoch Times: Und die Fed löst dieses Problem für die Banken?

Vieira: Die Federal Reserve löst dieses Problem für sie, aber sie hatte immer noch, in ihrer ursprünglichen Formulierung, eine Goldverbindung.

So mussten sie die loswerden, und sie wurden sie los auf der Grundlage eines Notfalls, der durch den Ausfall des Systems (Die Große Depression) verursacht wurde.
Wie konnten die Menschen diese Art der Argumentation akzeptieren?
Es ist unglaublich, wie die Menschen diese Art der Argumentation akzeptieren konnten.

Wenn Sie nun fragen, warum es verfassungswidrig ist, so hat es letztlich mit dieser Beziehung zur Währungs-Schöpfung zu tun.
Der Kongress soll die Prägung überwachen. Der Dollar soll eine Münze sein und Gold soll in Form von Münzen oder Barren zirkulieren, nicht in der Kredit-Form; diese Kreditform ist an das US-Finanzministerium gebunden.

Wenn Sie es wieder historisch betrachten, hatte der Kontinentalkongress im Unabhängigkeitskrieg die Macht, das zu tun, was sie „Banknoten auszugeben“ nennen.

Als die Verfassung diskutiert wurde, gab es für diese Macht einen Entwurf, die Macht Geld zu leihen und „Banknoten auszugeben “. Sie hatten eine Debatte und schlugen es aus.
Unter unserem Verfassungssystem hat der Kongress nur die Befugnisse, die ihm von der Verfassung gegeben werden. Sie schlugen diese Bestimmung aus den Artikeln der Konföderation aus, also folgt daraus logischerweise, dass die Befugnis nicht da ist. Es gibt keine Macht im Kongress, um Papierwährung nach der auf Schulden basierenden Art zu erstellen.

Epoch Times: Aber Sie haben noch einen anderen Grund herausgefunden.

Vieira: Die Federal Reserve ist eine Kartell-Struktur. Sie haben 12 Regionalbanken und obendrauf ist das alles sehende Auge der Pyramide, der Board of Governors und das Federal Open Market Committee. Dann darunter in der Pyramide haben Sie alle privaten Mitgliedsbanken.

Wenn Sie diese Struktur nun mit einem Verfassungs-Auge betrachten, wo ich das schon mal gesehen habe, das ist in der Struktur, die Roosevelt im Jahre 1933 geschaffen hat in seinem ersten Versuch, die Depression zu überwinden.
Der „Fall krankes Huhn“
Es wurde der National Industrial Recovery Act genannt. Sie schufen in allen wichtigen Industriezweigen eine von diesen kleinen Pyramiden – für Stahl, für Kohle. Sie hatten eine für Geflügel. Es gab einen berühmten Fall Schechter gegen die Vereinigten Staaten, genannt der „Fall krankes Huhn“.

In dieser Branche wurde von den Teilnehmern ein gesetzlicher Code erstellt, von den privaten Parteien. Unter diesem Code konnte ein Huhn-Verkäufer nicht ein Huhn allein verkaufen.
Er musste sie paarweise verkaufen. Wenn der Kunde sagt: „Ich mag nicht dieses Huhn, für mich sieht es krank aus, ich will nur das eine Huhn“, und du hast ihm nur ein Huhn verkauft, dann war das eine kriminelle Verletzung des Codes.
Das geht bis vor den Obersten Gerichtshof in dem Schechter Fall und sie erklären einstimmig, dass die Struktur verfassungswidrig ist, weil es auf eine Delegierung von gesetzgebender Gewalt an private Parteien hinaus lief.

Das ist die genaue Struktur des Federal Reserve System: es ist eine Delegierung von einer Art Währungsbehörde an private Parteien, die 12 regionalen Reservebanken.
Natürlich haben sie das Board of Governors an der Spitze, aber der National Industrial Recovery Act hatte auch die National Recovery Administration als kleine Agentur, als oberste Aufsicht über alles.

Also, warum gibt es die Federal Reserve hier noch? Weil ihre Satzung 1913 erlassen wurde, und sie war nicht ein Teil des National Industrial Recovery Act.

Niemandem gelang es bisher, einen Fall vor den Obersten Gerichtshof zu bringen, um das Federal Reserve System auf der gleichen Grundlage herausfordern, auf der der National Industrial Recovery Act für verfassungswidrig erklärt wurde.
Edwin Vieira Jr., hat vier akademische Titel von Harvard: AB (Harvard College), A. M. und Ph.D. (Harvard Graduate School of Arts and Sciences) und JD (Harvard Law School).

Seit mehr als 30 Jahren ist er als Anwalt tätig, mit Schwerpunkt auf verfassungsrechtlichen Fragen. Er ist auch einer der bedeutendsten Verfassungs-Anwälte der USA, nachdem vier Fälle vom Obersten Gerichtshof angenommen wurden und er drei von ihnen gewonnen hat.

Sein zweibändiges Buch „Pieces of Eight: The Monetary Powers and Disabilities of the United States Constitution” ist die umfassendste Studie in der Existenz des amerikanischen Währungsrechts und der Geschichte aus verfassungsrechtlicher Perspektive.

Das Interview wurde für die Kürze und Klarheit bearbeitet.

Originalartikel auf Englisch: Is the Fed Unconstitutional?