Geht die USA beim Grexit pleite?

Die USA warnt vor dem Grexit und möchte unbedingt, dass die Griechen im Euro bleiben – was steckt dahinter? Die Angst vor der eigenen Pleite? Die Chefin der US-Notenbank, Janet …

Die USA warnt vor dem Grexit und möchte unbedingt, dass die Griechen im Euro bleiben – was steckt dahinter? Die Angst vor der eigenen Pleite?

Die Chefin der US-Notenbank, Janet Yellen, glaubt nicht, dass die Folgen eines Grexit locker beherrschbar sind. Sollten sich Griechenland und die Geldgeber nicht einigen, drohen ihrer Ansicht nach weitreichende ökonomische Folgen.
Ihre Worte seien eher als eine Drohung an die Europäer zu verstehen, schreiben die Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Die USA wollten die Griechen wegen der NATO unbedingt im Euro halten, wie es beim G7-Treffen in Elmau gesagt wurde.
„Die US-Regierung mahnte am Mittwoch neuerlich alle Beteiligten, die Folgen für die Weltwirtschaft im Blick zu behalten. Finanzminister Jack Lew wies darauf hin, dass eine Einigung die einzige Möglichkeit sei, um Turbulenzen zu verhindern. Die griechische Notenbank zeichnete ein düsteres Bild, falls die Verhandlungen scheitern und das Land aus der Euro-Zone und womöglich auch der EU kippen sollte.“ (Deutsche Wirtschaftsnachrichten, 18.06.2015)
Warum zwingt die USA Europa dazu, Griechenland und die Banken zu halten? Weitere Kredite zu geben, die auch nie bedient werden können? Auch Geld von China anzunehmen?
Warum hat die USA Angst vor einem Austritt Griechenlands aus dem Euro?
In den Artikeln der offiziellen Medien findet man wenig zu dem, was dahinter stecken könnte. Doch in den Kommentaren wird eine mögliche Ursache genannt:
„Hier geht es um die CDS, mit welchen die US-Hedgefonds gegen Griechenland auf Pleite wetten. Erklärt der IWF, wie von Juncker gewollt, Griechenland für offiziell pleite, dann werden die Kreditausfallversicherungen fällig. Und dann gehen die fünf größten Banken der USA samt der sog. „Deutschen Bank“ in die Luft!“
Was bedeutet das?
CDS sind Versicherungen gegen Kreditausfälle. Wenn ein Kreditnehmer (Griechenland) einen Kredit nicht bedienen kann, geht das Risiko des Ausfalls mit einem CDS auf Denjenigen über, der CDS verkauft (die US-Hedgefonds).

Diese Versicherung gegen den Ausfall eines Kreditnehmers wird als Spekulationsinstrument eingesetzt: es wird auf die Pleite eines Staates gewettet. Wenn Griechenland (der Gläubiger) seine Schulden nicht zahlen kann, gewinnt der Käufer des CDS die gesamte versicherte Kreditsumme. So kann durch Wetten von Spekulanten auf die Pleite eines Landes das betroffene Land in den Bankrott getrieben werden.
Die Höhe der Wetten der Hedgefonds soll bis zum 1.500-fachen des Welt-Brutto-Sozialproduktes betragen und könnte nie ausgezahlt werden. Und durch die engen Verbindungen innerhalb des Finanzsektors – die Banken sichern sich gegenseitig ihre Kredite ab und gehen so immer höhere Risiken ein – kann es zu einem Domino-Effekt kommen. So wird eine Bank nach der anderen fallen.
CDS werden aus diesem Grund "Finanzielle Massenvernichtungswaffen" genannt.
Ein anderer Leser schreibt ähnliches: „Im Falle eines echten Sovereign Default triggern die CDS – und davon sind nun mal überwiegend amerikanische Finanzorganisationen betroffen. Triggern die CDS, sind die Folgen unabsehbar. Also möchte die USA die Griechen entweder mit Schuldenschnitt im Euro behalten oder auch mit Schuldenschnitt und einer neuen Drachme in der EU. Alles gut, da man weiter verschleiern kann und die CDS nicht betroffen sind. Nur die Wahrheit – die echte Staatspleite – das kann und darf nicht sein.“
Und es wird gesehen:
„Die Behauptung, ein Grexit sei beherrschbar, ist ohnehin nur ein Bluff, um die Leute zu beruhigen und davon abzuhalten, ihre Konten leerzuräumen … Wenn die Leute in ganz Europa aufwachen und ihre Konten plündern, ist das Finanzsystem innerhalb von wenigen Stunden am Ende.“ (ks)