Sehr bittere Niederlage für die USA: Deutschland tritt der Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) bei!

Das Bundesfinanzministerium gab am 17. März 2015 eine kurze Pressemitteilung heraus, dass Deutschland künftig – ebenso wie Frankreich, Großbritannien, Luxemburg und Italien – Gründungsmitglied der Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) …

Das Bundesfinanzministerium gab am 17. März 2015 eine kurze Pressemitteilung heraus, dass Deutschland künftig – ebenso wie Frankreich, Großbritannien, Luxemburg und Italien – Gründungsmitglied der Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) wird. Damit ist Deutschland eines von 32 Ländern die ein alternatives Finanzsystem zum IWF unterstützen und aufbauen werden.

Die AIIB wurde im Oktober 2014 von China mit einem Startkapital von 50 Milliarden Dollar gestartet und hatte im ersten Jahr bereits 26 teilnehmende Staaten. Darunter finanzielle Schwergewichte wie Kuweit oder Saudi-Arabien. Australien wird sich noch bis Ende März entscheiden, Indien überlegt. Auch die Schweiz will sich an der AIIB beteiligen und hat die Teilnahme am Gründungsprozess beschlossen.
Für die USA ist der Beitritt der Europäer eine gewaltige Niederlage. Sie sind absolut gegen eine Teilnahme Europas an dieser Bank, denn dieses bringt das weltweite Finanzsystem gründlich aus dem bisherigen Gleichgewicht.
Deutschland hat sich tatsächlich den Anweisungen aus Washington widersetzt!
Überraschenderweise ist auch Japan interessiert. Nach vier Jahren des Schweigens haben Japan und China am 19. März 2015 das erste Mal wieder Sicherheitsgespräche aufgenommen. Vertreter der Außen- und Verteidigungsministerien beider Länder trafen am Donnerstag im Außenministerium in Tokio zusammen, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Es war das erste derartige Treffen seit Januar 2011 (afp berichtete).
Die AIIB wird in Asien eine wachsende Rolle spielen, um die wirtschaftliche und soziale Entwicklung voranzutreiben. Die deutsche Industrie begrüßt den Beitritt und hofft auf interessante wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Bisher dominierte der Westen mit den Institutionen IWF (Internationaler Währungsfond) und der Weltbank die Finanzwelt. Beide haben ihren Sitz in Washington, wobei ein Europäer das IWF leitet und die Weltbank ein US-Amerikaner.
2010 wurden Änderungen an der Struktur des IWF vereinbart, die den asiatischen Staaten mehr Stimmrechte gegeben hätten. Die Umsetzung der Beschlüsse wurden bewusst vom Kongress verzögert und blockiert, was die Suche nach Alternativen beschleunigte. Insofern hat sich die USA diese gewaltige Niederlage selbst zugefügt. (ks)