British-Airways-Mutter IAG übernimmt insolventen Ferienflieger Niki

IAG ist bei der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki am Ziel. Der zu IAG gehörende spanische Billigflieger Vueling werde die Vermögenswerte von Niki zum Preis von 20 Millionen Euro übernehmen, teilte IAG mit.

Der insolvente Ferienflieger Niki ist zu großen Teilen an den British-Airways-Mutterkonzern IAG verkauft worden.

Durch das Geschäft blieben rund drei Viertel der tausend Arbeitsplätze erhalten, erklärte der Insolvenzverwalter von Niki und Air Berlin, Lucas Flöther, am Freitagabend in Berlin. Der Konzern IAG erklärte, das er sich den Zukauf für seine spanische Tochter, den Billigflieger Vueling, 36,5 Millionen Euro kosten lassen werde.

Eine Tochtergesellschaft von Vueling übernehme die Niki-Markenrechte, ihre gesamten Start- und Landerechte sowie bis zu 15 Airbus-Flugzeuge der Typen A320 und A321, erläuterte Flöther. Der Verkauf der früheren Air-Berlin-Tochter soll demnach bis Ende Februar vollzogen sein. Zusätzlich zum Kaufpreis werde Vueling „einen Betrag in zweistelliger Euro-Millionenhöhe investieren, um ab Anfang Januar 2018 die laufenden Betriebskosten von Niki zu decken“.

Laut IAG werden hierfür 16,5 Millionen Euro bereitgestellt, die Vermögenswerte von Niki sollen mit 20 Millionen Euro abgegolten werden. Von den 1000 Niki-Beschäftigten sollen etwa 740 übernommen werden, wie IAG und der Insolvenzverwalter übereinstimmend mitteilten. In Deutschland sind derzeit noch 210 Menschen bei Niki beschäftigt.

„Die Übernahme durch Vueling ist für beide Seiten eine sehr gute Lösung“, erklärte Flöther. Niki bekomme „einen finanzstarken Partner mit einem langfristigen Fortführungskonzept“ und Vueling werde durch die Übernahme „der Einstieg in viele attraktive Verbindungen ermöglicht“.

IAG-Chef Willie Walsh erklärte, die Übernahme werde „Vueling in die Lage versetzen, ihre Präsenz in Österreich, Deutschland und der Schweiz auszuweiten und den Kunden in der Region eine größere Auswahl bei Niedrigkosten-Reisen zu bieten“. Durch das Geschäft fallen laut IAG Start- und Landerechte in Städten wie Düsseldorf, München, Zürich, Wien und Palma de Mallorca an Vueling.

Niki war in Turbulenzen geraten, nachdem ihr Mutterkonzern Air Berlin Mitte August Insolvenz angemeldet hatte. Zunächst hatte die Lufthansa Niki zusammen mit weiteren Teilen von Air Berlin kaufen wollen. Deutschlands größte Fluggesellschaft verzichtete Mitte Dezember aber wegen starker Wettbewerbsbedenken der EU-Kommission. Daraufhin meldete Niki Insolvenz an und stellte am 14. Dezember ihren Flugbetrieb ein, sodass tausende Reisende festsaßen.

Interesse an der Übernahme hatte auch der Gründer von Niki, der ehemalige österreichische Rennfahrer Niki Lauda, angemeldet. Am Donnerstag war aber bekannt geworden, dass Insolvenzverwalter Lucas Flöther exklusiv mit IAG verhandelt.

Laut Flöther hat der vorläufige Gläubigerausschuss dem Verkauf von Niki an Vueling zugestimmt. Nun müsse noch die EU-Kommission grünes Licht geben. (afp)

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