Haucap: Mit Regulierungserleichterungen Breitbandausbau forcieren

Ähnlich wie bei Patenten dem Erfinder ein zeitlich befristetes Monopol gewährt werde, sollte der Bundesnetzagentur "die Möglichkeit eingeräumt werden, Investoren bei riskanten Infrastruktur-Investitionen eine gewisse Exklusivität für einen Zeitraum zu gewähren"

Der Düsseldorfer Wettbewerbsökonomen Justus Haucap hat sich dafür ausgesprochen, den flächendeckenden Breibandausbau in Deutschland durch eine investitionsfreundliche Regulierung für die Anbieter zu beschleunigen.

„Ich bin natürlich auch gegen eine Vorzugsbehandlung einzelner Marktteilnehmer, ganz gleich, ob es die Deutsche Telekom oder ein anderer Marktteilnehmer ist“, sagte der Direktor des Instituts für Wettbewerbsökonomie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf dem „Handelsblatt“.

„Das heißt allerdings nicht, dass Regulierungsferien automatisch eine schlechte Idee sind – im Gegenteil. Wer in neue Infrastrukturen investiert, sollte durchaus einen gewissen Vorteil gegenüber denen haben, die nicht investieren.“

Haucap warnte, wenn diejenigen, die nicht bereit seien, riskante Investitionen zu tätigen, gleichwohl als Trittbrettfahrer diese Infrastrukturen risikolos mitnutzen können, werde niemand investieren wollen.

„Hier geht es nicht mehr wie vor 20 Jahren um das Aufbrechen alter Monopole, sondern um neue Investitionen“, sagte der Ökonom.

Ähnlich wie bei Patenten dem Erfinder ein zeitlich befristetes Monopol gewährt werde, sollte daher der Bundesnetzagentur als nationaler Regulierungsbehörde „die Möglichkeit eingeräumt werden, Investoren bei riskanten Infrastruktur-Investitionen eine gewisse Exklusivität für einen Zeitraum zu gewähren“, schlug Haucap vor.

Denn wer bereit sei, das Risiko zu tragen, müsse auch etwas davon haben. „Regulierungsferien“, so Haucap daher, „können durchaus eine sinnvolle Option sein, die ich nicht pauschal ablehnen würde.“ (dts)

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