Politiker von Union und SPD kritisieren hohe Boni für Manager der Deutschen Bank

"Millionen-Boni trotz Verlusten widersprechen jeglichem Gerechtigkeitsempfinden", sagte SPD-Vizechef Thorsten Schäfer-Gümbel.

Politiker von Union und SPD haben die hohen Bonuszahlungen an Manager und Investmentbanker der Deutschen Bank kritisiert. „Millionen-Boni trotz Verlusten widersprechen jeglichem Gerechtigkeitsempfinden“, sagte der SPD-Vize-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel der „Bild“-Zeitung.

Der CDU-Sozialexperte Matthias Zimmer kritisierte: „Man kann die Legitimität einer Wirtschaftsordnung durch solche Praktiken gefährden.“

Die Deutsche Bank hatte Anfang Januar mitgeteilt, sie erwarte für das vergangene Jahr einen „leichten Verlust“. Es wäre das dritte Jahr mit einem Minus in Folge. Medienberichten zufolge will die Bank dennoch Boni in Höhe von insgesamt einer Milliarde Euro auszahlen. Die Deutsche Bank veröffentlicht am Freitag genaue Zahlen.

Die Boni seien „eine eigenwillige Interpretation des Grundsatzes, dass sich Leistung lohnen soll“, sagte CDU-Politiker Zimmer der „Bild“-Zeitung weiter. SPD-Chef Martin Schulz kritisierte gegenüber dem Blatt: „Überall schließen Bankfilialen, Kunden verlieren ihre Berater, Berater ihre Jobs. Wenn in dieser Situation Boni in Höhe von einer Milliarde Euro ausgeschüttet werden, dann verliert ein Unternehmen nicht nur an Ansehen. Das schadet insgesamt unserer Solidargemeinschaft.“

Schäfer-Gümbel kündigte an, die SPD wolle in den Verhandlungen über eine große Koalition erreichen, die steuerliche Absetzbarkeit von Bonuszahlungen zu begrenzen. „Damit der Steuerzahler die fetten Boni nicht auch noch querfinanziert.“ (afp)

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