Siemens-Chef wehrt sich gegen Kritik von Zypries

Siemens verteidigt den Stellenabbau: Die Energiewende bedeute eine dauerhafte Veränderung der Kraftwerkssparte, Kapazitätsanpassungen seien unvermeidbar.

Wegen unbestätigter Meldungen über den Abbau mehrerer Tausend Stellen in der Kraftwerkssparte steht Siemens-Chef Joe Kaeser seit zwei Wochen heftig unter Druck.

Das berichtet der „Spiegel“. Die scheidende Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries wirft ihm sogar vor, mit der möglichen Schließung kompletter Werke in Ostdeutschland zum Erstarken des Populismus beizutragen.

In einem höflich, aber deutlich abgefassten Schreiben an die Ministerin weist der Manager darauf hin, dass die von der Bundesregierung und anderen Staaten geförderte Energiewende nicht nur „eine kurzzyklische Abschwächung der Nachfrage“ nach konventioneller Kraftwerkstechnik ausgelöst habe, sondern „eine dauerhafte Veränderung“ dieser Industrie.

Daher seien Kapazitätsanpassungen unvermeidbar, sagte der Siemens-Chef dem Magazin. Im Gegenzug habe Siemens allein in Deutschland dieses Jahr gut 5.000 neue Mitarbeiter eingestellt.

Auch den Vorwurf, die Information über den avisierten Personalabbau sei „aus heiterem Himmel“ gekommen, weist der Siemens-Chef zurück.

Erste Gespräche seien mit den Arbeitnehmervertretern bereits vor gut einem Jahr begonnen und im Mai fortgeführt worden. Dabei gehe „Sorgfalt vor Schnelligkeit“.

Die Ministerpräsidenten der vermutlich am stärksten betroffenen Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen und Thüringen fordern von Siemens nun weitere Aufklärung. (dts)

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