Nach früher und kleiner Ernte: Kaum Aussicht auf Eiswein

In diesem Jahr wird es im Südwesten Deutschlands kaum Eiswein geben. Die Winzer haben ihre Trauben lieber abgeerntet als auf Risiko zu gehen.

In diesem Jahr wird es im Südwesten Deutschlands kaum Eiswein geben. Nach der extrem frühen und zudem kleinen Ernte hätten nur noch vereinzelt Winzer Trauben für einen möglichen Eiswein hängengelassen, sagte der Sprecher des Deutschen Weininstituts, Ernst Büscher.

„Bei geringen Erträgen holen die Winzer lieber das rein, was sie haben und und spekulieren nicht noch auf einen eventuellen Frost.“ Er rechnete daher mit „einer sehr geringen Eisweinernte im Südwesten“.

Bei der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, bei der Winzer ihre geplanten Eisweinflächen anmelden müssen, sieht man es ähnlich: „Die Tendenz in diesem Jahr ist wirklich wenig Eiswein, wahrscheinlich nur vereinzelt“, sagte Sprecherin Nadja Winter in Bad Kreuznach. „Viele sind bei der sehr frühe Lese in diesem Jahr dieses Eisweinrisiko nicht eingegangen.“ Die Winzer könnten Flächen für Eiswein noch bis zum 15. November anmelden. Zahlen sollen am 20. November bekanntgegeben werden.

Wenig Eiswein beim 2017er Jahrgang bedeute, dass bestehende Eisweine noch kostbarer und rarer werden könnten, sagte der Sprecher vom Weininstitut. Hinzu komme, dass es in den vergangenen Jahren schwieriger geworden sei, Eiswein zu erzeugen. „Die Nächte, in denen wir minus sieben Grad und kälter hatten, die wurden weniger“, sagte Büscher. Diese Entwicklung mache den Eiswein eher „noch wertvoller“.

Die Spezialität zähle ohnehin zu den teuersten Weißweinen der Welt. Der Anteil an Süßweinen an der gesamten Weinproduktion liege unter einem Prozent. Bei der Eisweinlese muss es über mehrere Stunden mindestens minus sieben Grad kalt sein, damit die Trauben beim Keltern noch durchgefroren sind. (dpa)

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