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Aufschwung Wirtschaftsdaten stimmen Ökonomen immer zuversichtlicher

DAPD

08.08.2009

Als gigantisch hat IW-Chef Michael Hüther den siebenprozentigen Exportzuwachs der deutschen Wirtschaft bezeichnet. (AP Photo/Axel Heimken)
Als gigantisch hat IW-Chef Michael Hüther den siebenprozentigen Exportzuwachs der deutschen Wirtschaft bezeichnet. (AP Photo/Axel Heimken)

Frankfurt/Main – Die Nachrichten aus der deutschen Wirtschaft lassen bei Ökonomen die Zuversicht wachsen. Als gigantisch bezeichnete IW-Chef Michael Hüther den siebenprozentigen Exportzuwachs im Juni. „Betroffen sind auch die Branchen, die traditionell am Anfang eines Aufschwungs stehen wie die Investitionsgüterindustrie“, sagte der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft den „Ruhr Nachrichten“. Chefvolkswirte mehrerer großer Banken hoben ihre Wachstumsprognosen für das Jahr 2010 deutlich an. „Die weltweite Industrieproduktion kommt in Fahrt, und Deutschland wird gut dabei sein“, sagte der Europa-Chefökonom von Merrill Lynch, Holger Schmieding, der „Welt am Sonntag“.

IW-Direktor Hüther erklärte, der Tiefpunkt der Rezession habe in der ersten Hälfte des ersten Quartals – im Januar und Februar – gelegen. „Möglicherweise hat es schon im zweiten Quartal eine Überraschung gegeben und das Bruttoinlandsprodukt ist nicht mehr geschrumpft“, sagte er. Die Auswirkungen der positiven Entwicklung auf den Arbeitsmarkt erwartet Hüther allerdings erst mit Verzögerung: „Das dicke Ende einer Rezession kommt immer am Arbeitsmarkt. Wir werden ansteigende Arbeitslosenzahlen sehen.“ Für das Jahr 2010 gehe das IW von einer durchschnittlichen Arbeitslosenzahl von 4,3 Millionen aus.

Meryll-Lynch-Ökonom Schmieding erwartet, dass sich die positive Entwicklung auch im kommenden Jahr fortsetzen wird: Seine Wachstumsprognose für 2010 hob er von 1,2 auf 2,0 Prozent an. UniCredit-Ökonom Andreas Rees revidierte seine Wachstumserwartung für 2010 noch deutlicher nach oben, und zwar um 1,1 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent. „Ein Teil des Wachstums, das wir kriegen, beruht auf Einmaleffekten, aber die Wirkung der Fiskalprogramme könnten länger tragen als gedacht“, wurde er zitiert.

Für das laufende dritte Quartal erwartet M.M.-Warburg-Chefökonom Christian Klude einen Wachstumssprung auf 1,25 Prozent, wie er der Zeitung sagte. Aufs Jahr hochgerechnet entspräche dies einer Wachstumsrate von fünf Prozent. Für das kommende Jahr erhöhte der Warburg-Experte seine Prognose von 0,7 auf 1,7 Prozent.

Bofinger sieht „eher eine Stagnation“

Für voreilig hält der Wirtschaftsweise Peter Bofinger die Erwartung eines ganz schnellen Endes der Wirtschaftskrise. „Für mich ist noch längst nicht ausgemacht, dass wir in naher Zukunft einen weltweiten Aufschwung erleben werden. Ich gehe für das zweite Halbjahr in Deutschland eher von einer Stagnation aus“, sagte Bofinger dem „Münchner Merkur“.

In Deutschland sei der Abwärtstrend zumindest vorerst gestoppt. „Das ist zwar erfreulich, wir müssen aber zur Kenntnis nehmen, dass der Auftragseingang noch immer etwa 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegt. Dass wir uns jetzt über einen Anstieg der Zahlen freuen, zeigt, wie bescheiden wir geworden sind“, wurde Bofinger weiter zitiert. Der Ökonom empfiehlt der Bundesregierung, ihre Konjunkturprognose für 2009 von minus 6 Prozent nicht nach oben zu korrigieren.

Nach Ansicht des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers muss die deutsche Wirtschaft mittelfristig noch stärker wachsen als vor der Wirtschaftskrise. „Wir brauchen Wachstum, und zwar größeres, als wir es vor der Krise hatten“, sagte der CDU-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Experten gingen davon aus, dass ein jährliches Wachstum von drei Prozent notwendig sei, um den Wohlstand zu sichern. (AP)

 

 

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