Aktuelle Nachrichten – Konjunktur
12.04.2009
Berlin – Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat der Einschätzung von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) widersprochen, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise in eine weltweite Inflation münden könnte. „Für Deutschland besteht auf absehbare Zeit kein Inflationsrisiko, sondern in erster Linie ein ausgeprägtes Deflationsrisiko“, wird das Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage von „Handelsblatt.com“ zitiert.
Durch die schlechte Absatzlage der Unternehmen und die steigende Arbeitslosigkeit werde es auf breiter Front zu Lohnzugeständnissen der Arbeitnehmer kommen, die sich dämpfend auf die Preisentwicklung auswirkten. Außerdem ist Bofinger davon überzeugt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) keine Inflationsprozesse in der Euro-Zone zulassen werde: „Die von ihr derzeit den Banken zusätzlich zur Verfügung gestellte Liquidität kann sie innerhalb eines Monats wieder vollständig aus dem Kreislauf zurückziehen.“
Steinbrück hatte vor der Gefahr einer weltweiten Inflation als Folge der schuldenfinanzierten Konjunkturmaßnahmen gewarnt. „Es wird so viel Geld in den Markt gepumpt, dass die Gefahr einer Überlastung der Kapitalmärkte und einer weltweiten Inflation im Wiederaufschwung drohen könnte“, sagte der SPD-Politiker der „Bild“-Zeitung. (AP)
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