Forschung in Schwerelosigkeit: Tag der Offenen Tür am 15. November in Bremen

Aus aller Welt kommen Forscher nach Bremen, um die Schwerelosigkeit zu erforschen. Ähnliche Anlagen gibt es nur in den USA und China. Die Anlage feiert jetzt das 25-jähriges Bestehen.

Aus einer Höhe von 120 Metern rauscht die Versuchskapsel im Bremer Fallturm in die Tiefe. Dabei entsteht mehrere Sekunden lang Schwerelosigkeit.

Wissenschaftler machen sich das für Experimente zunutze, die sonst nur im Weltraum möglich wären. Aus aller Welt kommen sie dafür nach Bremen. In Europa ist der Fallturm einzigartig, ähnliche Forschungslabors gibt es nur in den USA und China.

Über 7000 Experimente seit 1990

Mehr als 7000 Experimente haben Forscher seit der Eröffnung des Fallturms am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation im Jahr 1990 durchgeführt.
Für die Versuche gibt es eine Kapsel, die mit einer Geschwindigkeit von bis zu 170 Kilometern pro Stunde in einen Auffangbehälter stürzt. 4,7 Sekunden befindet sie sich dabei in Schwerelosigkeit. Für die doppelte Versuchszeit sorgt seit 2004 ein Katapult. Es feuert die Kapsel durch die Fallröhre nach oben, dann fällt diese wieder nach unten.
Dadurch schaffe der Fallturm weltweit einmalige Bedingungen für Forscher, die sonst jahrelang auf einen Platz für ihre Experimente auf der Internationalen Raumstation warten müssten, sagte der wissenschaftlich-technische Leiter Christian Eigenbrod.

Interessant ist das für Forscher verschiedenster Fachgebiete: So gab es am Fallturm schon Versuche zum Verhalten von Pflanzen in Schwerelosigkeit oder zu Brennstoffen mit dem Ziel, diese effizienter und emissionsärmer zu machen. Auch Technik für eine Raumsonde, die 2018 auf einem Asteroiden landen soll, haben Ingenieure im Fallturm getestet.

Tag der Offenen Tür am 15. November

Der erste Abwurf einer Versuchskapsel im Fallturm wurde vom damaligen Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber im September 1990 ausgelöst. Zum Jubiläum wird es an diesem Sonntag einen Tag der offenen Tür in der Forschungseinrichtung geben.
Es werden Einblicke in den alltäglichen Fallturmbetrieb gewährt, indem man z.B. das Kontrollzentrum, also den Ort, von dem aus die Kapselabwürfe gesteuert werden, besichtigen kann. Und natürlich darf auch das Innere der Fallröhre betreten werden, wo die Experimente unter Schwerelosigkeit stattfinden. (dpa/ks)