Licht ohne Schatten – Leben mit einer Nahtod-Erfahrung

  Die in der Nähe von Darmstadt lebende, Physio- und Familientherapeutin Sabine Mehne, glückliche Mutter von drei Kindern, ist heute 56 Jahre alt. Eine Nahtod-Erfahrung veränderte ihr ganzes Leben. Sabine …

 

Die in der Nähe von Darmstadt lebende, Physio- und Familientherapeutin Sabine Mehne, glückliche Mutter von drei Kindern, ist heute 56 Jahre alt. Eine Nahtod-Erfahrung veränderte ihr ganzes Leben.
Sabine Mehne erkrankte im Herbst 1995 an Krebs, einem hochmalignen Non-Hodgkin-Lymphom, die Ärzte waren ratlos.
„Ich beschäftigte mich heimlich intensiv mit dem Tod und bereitete mich auf das Sterben vor. Im Herbst wurden meine Symptome so schlimm, dass ich Dauermorphium bekam. Ich hatte irre Bauchschmerzen und wurde künstlich ernährt. Dann passierte es während einer Untersuchung, bei der sich herausstellte, dass ich eine Blasen- und Darmlähmung hatte. Aber ich war nicht klinisch tot. Ganz plötzlich bin ich aus meinem Körper ausgetreten und befand mich über meinem Kopf. Ich hatte das Gefühl, mit einem unglaublichen Licht zu verschmelzen. Ich machte eine wahnsinnige Lichterfahrung und hatte das Gefühl, Teil des Lichts zu sein. Alles war Licht und ich war mittendrin. Ein unsagbar schönes Gefühl. Es gibt dafür eigentlich keine Worte. Man versucht nur, Beschreibungen zu finden“.
Sabine Mehne beschreibt sehr eindrücklich die Stadien ihrer Erkrankung und Genesung. Der 70-jährige holländische Kardiologe und Wissenschaftler Willem van Lommel kommentiert: „Dieses wundervolle Buch ist der intimste, schutzloseste und offenherzigste Bericht über die Verarbeitung einer Nahtod-Erfahrung!“
Im Herbst 2008 besucht Sabine Mehne ein Symposium „Schritte auf dem Weg zur Heilung“ im spirituellen Zentrum Benediktushof, das von dem Benediktiner Mönch und ZEN-Meister Willigis Jäger (im März 2013 wird er 88 Jahre alt) geleitet wird. Schon oft hatte sie von ihm gehört und war gespannt, ihn kennenzulernen.
Nach Ende des Symposiums bleibt sie zwei weitere Tage. „Es wird mir erlaubt, in einer kleinen Gruppe von Hausgästen zu meditieren. Meine Gedanken ziehen durch mich hindurch. Beim Sitzen entdecke ich eine neue Empfindung, eine Form der absoluten Erschöpfung. Es ist, als säße meine Hülle zwar hier und als sehnte sich alles in mir nach Stille und Bewusstheit, gleichzeitig aber fühle ich mich zu müde, diesen Zustand auch zu erreichen… Auch ohne Sprechen bei Tisch herrscht eine gruselige Geräuschkulisse. Einige der Anwesenden müssen doch Monate, wenn nicht Jahre an Achtsamkeitstraining hinter sich haben. Erstaunlich, dass sie ihr Ego bei Tisch nicht ablegen können…“
Lesen Sie weiter auf Seite 2 über den „Urgrund des Seins“

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„Von Willigis Jäger und seinem Team möchte ich mehr erfahren. Ich melde mich noch einmal an. In vier Tagen lerne ich jeden Gedanken, der kommt, durch mich hindurchziehen zu lassen und ihn nicht zu bewerten, am besten mit der Atmung kombiniert. Das ist eine interessante Aufgabe. Fast wie der Lebensfilm, nur dass ich jetzt nichts dazu fühlen und empfinden muss. Es wird eng in mir, die Masse der Menschen bedrängt mich. Ich fühle wieder alle Schwingungen der anderen. Mich quält meine physische Schwäche. Beim Teetrinken dämmert mir, dass Disziplin wichtig ist.“
„In einem Vortrag spricht Willigis Jäger über integrale Spiritualität. Für ihn gibt es nur den Urgrund des Seins. Diese Worte haben einen wunderbaren Klang, sie vergehen mir fast auf der Zunge, hauchdünn, zart und trotzdem gefühlvoll. Der Urgrund des Seins, das klingt für mich tausendmal schöner als der Begriff GOTT. Müde und beseelt fahre ich am Silvestermorgen nach Hause und begrüße das neue Jahr 2009 mit meiner Familie…“
Es beginnt eine innere Gipfelbesteigung eines 8.000m hohen Berges. Nach einer Zeit der anfänglichen Verwirrung folgt eine Phase der meditativen Vertiefung und Erkenntnis und schließlich die Zeit inneren Friedens. Im Jahr 2009 schreibt die Autorin: „Mein Leben ist ein Fest und jeder Tag mein liebster Gast“, 2010: „Licht, ich spüre dich, leise durchdringst du mich, öffnest mein Seelentor, lockst meine Heilung hervor…, 2010: „Neu in den Füßen stehn, das Sein bis in die Spitzen spüren. Dort und überall quillt die Lebensfreude und strahlt sonnengleich aus mir. Lebenskraft ist erwacht, Schöpferkraft soll walten, Liebe mein Leben gestalten“.
Ein großartiger Beitrag, das Leben in seiner Fülle zu erfahren.

Cover: PatmosverlagCover: Patmosverlag

Sabine Mehne
Licht ohne Schatten
Patmos Verlag
240 Seiten
ISBN: 978-3-8436-0162-7
€ 19,99