Liegt die Wiege der Menschheit wirklich in Afrika?

Muss die Menschheitsgeschichte neu geschrieben werden? Deutsche Archäologen entdeckten bei Ausgrabungen in Sedimenten des Ur-Rheins Zähne. Sie gehören bislang zu keiner bekannten hominiden Menschenart in Europa und sind älter als vergleichbare Funde aus Afrika.

Die Wissenschaftler entdeckten die Zähne bereits im September 2016 im rheinhessischen Eppelsheim. Das Überraschende: Sie zeigen „verblüffende morphologische Ähnlichkeiten zu erdgeschichtlich jüngeren Vormenschen aus Afrika“, wie das Naturhistorische Museum Mainz mitteilte.

Die Zähne ähneln am ehesten denen der frühen Homininskelette von Lucy (Australopithecus afarensis) und Ardi (Ardipithecus ramidus). Wissenschaftler entdeckten die beiden Überreste in Äthiopien.

Die neu entdeckten Zähne aus Eppelsheim sind mit 9,7 Millionen Jahre jedoch doppelt so alt wie die der afrikanischen Skelette.

„Es sind eindeutig Menschaffenzähne“, sagte Teamchef Herbert Lutz dem lokalen Online-Magazin Merkurist. „Ihre Merkmale ähneln afrikanischen Funden, die vier bis fünf Millionen Jahre jünger sind als die in Eppelsheim ausgegrabenen Fossilien. Das ist ein großer Glücksfall, aber auch ein großes Rätsel.“

„Da stellt sich die Frage: Sind die Tiere miteinander verwandt? Oder haben sie unabhängig voneinander ähnliche Eckzähne entwickelt? Da stehen wir noch vor einem Rätsel“, so der Wissenschaftler.

„Ich will es nicht überdramatisieren, aber ich würde vermuten, dass wir heute beginnen müssen, die Geschichte der Menschheit umzuschreiben.“ So kommentierte Oberbürgermeister Michael Ebling den Sensationsfund. Die Präsentation der Funde erfolgte das erste Mal im Naturhistorischen Museum in Mainz.

Laut News Network Archaeology ist sich der rheinland-pfälzische Landesarchäologe Axel von Berg sicher, dass die Funde sehr viel Aufmerksamkeit bekommen werden. „Es wird ein Staunen aus der Fachwelt kommen“, sagte er. In Europa seien diese Fossilien einmalig. Dabei sind, laut von Berg, das Alter und der Ort sicher bestimmt.

Die Wissenschaftler fanden die Funde, als sie Kies und Sand des Flussbettes des Ur-Rheins durchsiebten. Seit 1820, als die ersten Funde gemacht wurden, ist das Gebiet eine Brutstätte fossiler Überreste. Ab 2001 wurden schon 25 neue Arten entdeckt.

Die Euphorie ist groß. Nun wollen die Archäologen weiter die Sande und Kiese durchsieben. Sie haben die Hoffnung, weitere Zähne oder andere Skelettteile zu finden. In der Nähe der beiden Zähne fanden sie auch den Zahn eines Urpferdes. Der Pferdezahn half ihnen, das Alter der Fossilien zu bestimmen.

Die beiden menschlichen Zähne wurden nur 60 Zentimeter voneinander entfernt gefunden, weswegen sie laut Lutz auf jeden Fall zusammengehören. Die Fossilien seien fantastisch gut erhalten – sogar die Wachstumsstreifen im Zahnschmelz sind zu sehen.

Der erste Artikel über den Fund wurde bereits bei Researchgate hochgeladen. Die Zähne werden zwar noch eingehend von Experten untersucht, werden aber in Kürze in der Landesausstellung vorZEITEN in Rheinland-Pfalz zu sehen sein. Danach werden sie laut Die Welt im Naturhistorischen Museum Mainz ausgestellt.

Ob die Wiege der Menschheit wirklich in Afrika liegt, lassen auch andere Funde anzweifeln:

Auf Kreta wurden Fußspuren gefunden die immerhin ca. 5,7 Millionen Jahre alt sind, doch nach der klassischen Evolutionstheorie lebten unsere Vorfahren zu dieser Zeit ausschließlich in Afrika

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