Meerjungfrauen: Welche Gemeinsamkeiten haben historische Aufzeichnungen?

Zwei Sci-Fi Dokumentationen über Meerjungfrauen hatten in den vergangenen Jahren einen regelrechten Hype um das mythische Wesen ausgelöst. Animal Planet brachte 2012 und 2013 “Mermaid: The Body Found“ und “Mermaid: The New Evidence“ im amerikanischen Fernsehen.

In der Folge wurde die Dokumentation millionenfach im Internet angeschaut und die Frage nach der Existenz dieser seltsamen Geschöpfe entflammte weltweit aufs neue. Während sich die Dokumentation verstärkt auf aktuelle Bezüge konzentriert bietet die Geschichtsschreibung ebenfalls sehr lebendige Schilderungen der seltenen Sichtungen aus vielen Jahrhunderten. Die interessantesten sind hier zusammengefasst.

1. Jahrhundert n. Chr.: Plinius der Ältere berichtet 77 n. Chr. über die Nymphen, dass sie Frauen mit rauer Haut und schuppigen fischartigen Körpern seien. In einigen Fällen sollen sie „sitzend auf Delphinen, Seeschlangen oder Seepferdchen“ gesehen worden sein, schreibt er in der Naturalis Historia.
Plinius beschreibt außerdem wie der Kommandeur von Gallien an den späteren Kaiser Augustus über „eine beträchtliche Anzahl von Nymphen“ informierte, die tot am Strand aufgefunden wurden.“ Außerdem „habe ich angesehene Informanten an der Hand, Ritter, die aussagen, sie selbst hätten einmal im Ozean vor Spanien einen Fischmann gesehen“, schreibt Plinius, laut einer Übersetzung der Universität von Chicago.
2. Jahrhundert n. Chr.: Der Physiologus, eine aus 48 Teilen bestehende Naturlehre, die von einem unbekannten Autor im griechischen Alexandria verfasst wurde, widmet sich diversen Naturphänomenen, darunter auch der „Der Natur der Nymphen“:
Daraus eine ins Deutsche übertragene Übersetzung von Mary Allyson Armistead:
Vom Kopf bis hin zum Nabel reicht,
der Teil, der einem Mädchen gleicht.
Vom Nabel abwärts aber zeigt
sich eines Fisches Hinterleib.
Beschuppt mit einer großen Flosse
– was ich erzähl‘, ist keine Posse.
Am Strudel wohnt sie, der alles verschlingt,
lockt Schiffe hinein – großes Leiden sie bringt.
Vielstimmig erklingt ihr Sirenen-Gesang,
süß – doch gefährlich, der Wissende bangt.
Denn jenen den ihr Lied verleitet – das Ruder plötzlich ihm entgleitet.
Zu spät erwacht aus tiefem Schlummer
erwartet ihn der größte Kummer.
Das Schiff zu tief im Sog gefangen,
kann nicht mehr nach oben gelangen.
Allein der weise und wachsame Mann der Katastrophe entfliehen kann.
Und die entkamen mit Not und Müh,
von Furcht erfüllt berichten sie,
vom Wesen: Das Weib und Fisch vereint.
Ein Mythos, ein Rätsel? „Doch was es wohl meint?“

Zwischen 1040 und 1105 beschreibt Rabbi Schlomo Jizchaki, auch als Raschi bekannt, Meerjungfrauen in einem Kommentar zum Talmud. „Es gibt Fische im Meer die zu einer Hälfte Mensch und zur anderen Hälfte Fisch sind und Sirenen heißen“, schrieb er damals auf Alt-Französisch nieder.

Nicht lange danach wird im Moshav Zekeinim, einem von mittelalterlichen Tosafisten verfassten Kommentar zur „Torah“ erklärt, was Meerjungfrauen sind. Auch dort werden sie, wie im Buch Heilige Monster (Natan Slifkin) ausgeführt, als Sirenen bezeichnet.
“Hierbei handelt es sich um eine Kreatur, die im Meer lebt und die vom Nabel aufwärts in allen Aspekten einer Frau ähnelt, denn sie hat einen Busen und langes Haar, wie das einer Frau. Vom Nabel abwärts allerdings ist es ein Fisch.“ Der Kommentar erwähnt auch, dass sie wunderschöne Stimmen haben und zu angenehmem Gesang befähigt sind.

Mitte des 13. Jahrhunderts: Das Spekulum Regale, oder Des Königs Spiegel, ist ein auf Altnordisch verfasster Lehrtext über Politik und Moral. Er enthält die Beschreibung einer Kreatur, die vor der Küste Grönlands gefunden wurde.
“Es gleicht einer Frau bis zur Taille, mit langen Händen und weichem Haar. Nacken und Kopf sind in jeder Hinsicht die eines menschlichen Wesens. Die Hände sind lang und die Finger nicht getrennt, sondern wie die Füße von Wasservögeln mit Schwimmhäuten versehen. Von der Taille abwärts gleicht das Monster einem Fisch, beschuppt, mit einem Schwanz und Flossen. Es zeigt sich besonders vor schweren Stürmen. Das Wesen taucht immer wieder ab und erscheint darauf wieder mit Fischen in den Händen.
Wenn Seeleute es mit Fischen spielen sehen oder wenn es Fische nach dem Schiff wirft, haben diese Angst, dazu verdammt zu sein, Kameraden zu verlieren. Wenn es die Fische aber entgegengesetzt, vom Schiff weg, wirft, so halten sie es für ein gutes Omen, und dass sie im kommenden Sturm keine Verluste erleiden werden. Das Monster hat ein sehr furchterregendes Gesicht mit breiten Brauen und stechenden Augen, einen breiten Mund und einem Doppelkinn.“

1389: Das Buch die „Östlichen Reisen des Johannes von Hessen“ wird veröffentlicht. Dort wird von verschiedenen Gefahren berichtet die Reisenden begegnen können. An einer Stelle schreibt der Autor: „Wir kamen an einen steinigen Felsen und hörten dort Sirenengesang, Meerjungfrauen, die Schiffe durch ihren Gesang in Gefahr bringen. Dort sahen wir viele fürchterliche Monster und waren in großer Angst.“

1403: Eine Meerjungfrau wird während eines schweren Sturms durch einen Deichbruch an der niederländischen Küste ins Inland getrieben. Sie wurde von einigen einheimischen Frauen und ihren Dienern ausgemacht, „die sich zunächst vor ihr fürchteten, aber, nach wiederholten Sichtungen, dazu entschlossen sie zu sich zu nehmen. Sie litt darunter gekleidet zu sein und Brot, Milch und Fleisch essen zu müssen und versuchte des Öfteren wieder ins Meer zurückzugelangen. Was ihr aber unter strenger Aufsicht nicht gelang.“

Später lernte die Meerjungfrau nähen, sprach aber nie. Sie starb 15 Jahre nach ihrer Entdeckung. John Swan, ein englischer Minister, beschreibt die Geschichte im Buch Speculum Mundi (latainisch: Spiegel der Welt) aus dem Jahr 1635.

Das Buch enthält auch die folgende Beschreibung einer Meerjungfrau:

Bekam wegen Hochmut des Fisches Leib,
den Oberkörper von einem Weib.
Befähigt zu allerschönstem Gesang,
von ihr missbraucht, verwirrt er – macht krank
– des schwachen Seefahrers Todestrank.
(Übertragen ins Deutsche)

Wie Columbus drei Meerjungfrauen entdeckte

1493: Christopher Columbus entdeckt drei Meerjungfrauen, die weit aus dem Wasser ragen. In das Schiffs-Tagebuch schreibt er: „Sie waren nicht so schön wie man sie von Bildern kennt, obwohl ihr Gesicht bis zu einem gewissen Grad als menschlich bezeichnet werden kann. Er notierte auch, dass er ähnliche Kreaturen vor der Küste von Guinea, West-Afrika, gesehen hatte.

1560: In den Seltsamen Mythen des Mittelalters, verfasst von Sabine Baring-Gould, wird folgendes Ereignis geschildert: „Westlich von Ceylon fingen Fischer nahe der Insel Mandar mit ihrem Netz sieben Meer-Frauen und – Männer. Die Jesuiten, Vater Henriques, Vater Bosquez und der Arzt des Vizekönigs von Goa waren anwesend. Der Arzt untersuchte sie mit größter Sorgfalt und sezierte sie. Seiner Aussage zufolge ähneln die Wesen in ihrer inneren und äußeren Beschaffenheit einem menschlichen Wesen.“

In William Shakespeares Sommernachtstraum, der zwischen 1590 und 1594 entstanden sein soll, schreibt er:
Und ’ne Sirene, die ein Delphin trug,
So süße Harmonien hauchen hörte,
Daß die empörte See gehorsam ward,
Daß Sterne wild aus ihren Kreisen fuhren,
Der Nymphe Lied zu hören?
(Shakespeares Sommernachtstraum übersetzt von August Wilhelm von Schlegel 1979)
Kurz danach fährt er fort: „Komm her hier Puck. Erinnerst du dich noch, wie ich auf dem Felsen saß und der Meerjungfrau lauschte? Ihr Gesang war so herrlich und rein, dass sich die Wogen der rauen See glätteten und die Sterne am Himmel wie wild zu schluchzen begannen.

1608: Der Forscher Henry Hudson berichtet im Schiffstagebuch von einem Ereignis, das am 15. Juni während der Passage von Norwegens nördlichstem Punkt geschah.

„Diesen Morgen erspähte einer von uns eine Meerjungfrau und rief nach jemand anderem um sie ihm zu zeigen. Als dieser herbeigeeilt kam und über Bord schaute war sie bereits in Rumpfnähe und betrachte beide Männer ernst. Kurze Zeit später wurde sie von einer Woge überrollt und kurz gedreht. Vom Nabel aufwärts waren Rücken und Brust, vergleichbar mit einer ähnlich großen Frau.
Die Haut war sehr weiß und langes schwarzes Haar hing die Schultern runter. Als sie abtauchte sahen sie ihren Schweif, der dem eines Schweinswals ähnelt und gefleckt war wie der einer Makrele. Die Namen der Zeugen waren Thomas Hilles und Robert Rayney.
Eine Analyse des Vorfalls in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Buch Die Romantik der Naturgeschichte, sagt Naturforscher Philip Henry Gosse, dass die übliche Behauptung, die Seeleute würden Seekühe für Meerjungfrauen halten, hier nicht aufgeht.
„Wie auch immer die Erklärung dieser Erscheinung lauten mag, die gewöhnlichen Verweise auf Seelöwen und Walrösser machen hier keinen Sinn. Seelöwen und Walrösser müssen den Seeleuten genau so vertraut gewesen sein, wie Kühe einem Milchmädchen.
Vielleicht ist die Geschichte eine zusammengesponnene Lüge zweier Männer, grund- und gegenstandslos – aber unser alterwürdiger Navigator sollte die Charaktere seiner Männer wohl kennen – sie mussten etwas bis dahin Unbekanntes gesehen haben.“
1614: Kapitän John Smith, bekannt als einer der Gründer von Jamestown (1607), der ersten Siedlung Nordamerikas, sah Meerjungfrauen vor der Küste von Massachusetts. Er schreibt „der obere Teil ihres Körpers gleicht perfekt dem einer Frau, und sie schwamm mit aller nur vorstellbaren Eleganz nahe dem Strand.“ Sie hatte „große Augen, eher zu rund, und eine feine Nase (etwas zu kurz), gut geformte Ohren, eher etwas zu lang. Ihr langes grünes Haar verlieh ihr einen originellen Charakter-keineswegs unattraktiv.“
1619: Zwei norwegische Senatoren, Ulf Rosensparre und Christian Hollh, hielten laut Adventures in Unhistory einen Meermann gefangen. Sie entschieden aber den Mann zurück ins Meer zu entlassen.
1739: In einer Ausgabe des Gentleman’s Magazine wird die Begegnung mit einem besonderen Geschöpf beschrieben. „Fischer holten vor Exeter ihr Netzt ein, als eine Kreatur heraussprang und schnell entfliehen wollte. Nicht in der Lage sie zu überwältigen bewarfen sie sie mit Stöckern, wodurch sie schließlich zu Boden ging“, heißt es in der Beschreibung laut Adventures in Unhistory. Als sie sich ihr näherten, lag sie bereits im Sterben. Ihr Stöhnen klang wie das einer menschlichen Kreatur und die Füße waren mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen. Augen, Nase und Mund glichen denen eines normalen Mannes, nur war die Nase etwas eingedrückt. Der Schweif erinnert an den eines Lachses, war zum Rücken gekrümmt und etwa 4 Fuß (ca. 1,20 Meter) lang. Er wurde in der Stadt öffentlich ausgestellt.
1797: William Munro, ein Schullehrer aus Schottland schrieb einen Brief an Dr. Torrance in Glasgow, der in der Londoner Times am 8.Sepetmber 1809 veröffentlicht wurde. Darin steht:
“Vor zwölf Jahren, ich war Lehrer in Reay, ging ich am Strand der Sandside Bay entlang, es war ein schöner Sommertag, und ich wollte meinen Spaziergang etwas in Richtung Sandside Head ausdehnen, als meine Aufmerksamkeit von einer Erscheinung gefesselt wurde, die einer unbekleideten Frau ähnelte, auf einem Felsen saß und anscheinend dabei war ihr Haar zu kämmen, das auf die Schultern herunterfiel und von brauner Farbe war. Die Ähnlichkeit dieser Figur mit einer Frau war so augenfällig, dass, wenn der Felsen auf dem sie saß nicht gefährlich zum Baden gewesen wäre, ich dazu gezwungen gewesen wäre, sie tatsächlich für eine Frau zu halten, und einem nicht mit der Situation vertrauten Auge hätte es zweifellos diesen Eindruck vermittelt.
Der Kopf war mit Haaren der oben erwähnten Farbe bedeckt mit einem dunklen Kranz am Haaransatz. Die Stirn war rund und das Gesicht mollig. Ihre Wangen waren gerötet und die Augen blau. Lippen und Mund hatten eine natürliche Form und ähnelten denen eines Mannes. Die Zähne konnte ich nicht sehen, da der Mund geschlossen war. Brust, Bauch, Arme und Finger waren entsprechender proportioniert. Die geschäftigen Hände schienen nicht mit Schwimmhäuten versehen zu sein, aber auch hier bin ich nicht absolut sicher. Sie blieb noch für drei oder vier Minuten auf dem Felsen, nach dem ich sie entdeckt hatte und war damit beschäftigt ihr Haar zu kämmen, das lang und dick war und auf das sie stolz zu sein schien. Danach fiel sie ins Meer, das auf Bauchhöhe war und entschwand. Ich war in der Lage alles recht deutlich zu sehen, da sie nicht weit vom mit entfernt war und die Sonne schien.“
Er fuhr weiter fort: „Kurz bevor sie in ihr natürliches Element zurückkehrte, schien sie mich entdeckt zu haben, da sie genau in Richtung der Erhöhung, auf der ich stand, gesehen hatte. Es ist vielleicht wichtig zu bemerken, dass, bevor ich das Wesen zu Gesicht bekam, verschiedene, zweifelsfrei als vertrauendwürdig zu erachtende Personen, als auch jene, denen ich, bezüglich dieser Thematik, nicht ohne weiteres mein Vertrauen schenken würde, von dem von mir beobachteten Phänomen berichtet hatten. Allerdings war ich nicht, wie viele andere, geneigt ihre Aussagen zu bezweifeln. Was ich wahrhaftig sagen kann, ist, dass ich allein dadurch, dieses Phänomen beobachtet zu haben, vollständig von dessen Existenz überzeugt war.“
Falls die obige Erzählung in irgendeiner Weise dazu dienbar sein sollte, die Existent dieses Phänomens zu ergründen, eines, das für Naturalisten bislang beinahe unvorstellbar ist, oder die Skepsis derjenigen aufzulösen, die einfach alles bestreiten, das sie nicht völlig zu verstehen in der Lage sind, sind sie herzlich zu ihrer Lektüre eingeladen.

Sehr geehrte Damen und Herren, ihr untergebendster Diener.
WILLIAM MUNRO”
Meerjungfrauen heißen „mene mama“ oder Mutter des Wassers

1801: Dr. Chisolm erzählt von einem Besuch vier Jahre zuvor auf der Insel Berbice in der Karibik. Die Bewohner dort nennen Meerjungfrauen „mene mama“ oder Mutter des Wassers. Governor Van Battenburgh gab Chisolm die folgende Beschreibung:
„Der obere Teil ähnelt einem Menschen, der Kopf ist verhältnismäßig klein, manchmal haarlos, oft aber auch bedeckt mit dichtem schwarzem Haar. Die Schultern sind breit, die Brüste groß und wohlgeformt. Der untere Teil ähnelt dem Schweif eines immens großen Fisches mit geteilter Flosse, wie auf vielen Delphindarstellungen. Die Hautfarbe ist entweder schwarz oder gelbbraun. Dem Glauben der Indianer zufolge soll die Tötung des von ihnen gefürchteten und verehrten und Tieres katastrophale Konsequenzen haben. Aus diesem Grund wird weder auf das Tier geschossen noch nähert man sich ihm. Meistens wurde es sitzend am Wasser beobachtet, während es mit seinen Haaren beschäftigt war oder das Gesicht und die Brüste abrieb. In dieser Pose und derartig beschäftigt sind sie vielfach für Indianerfrauen gehalten worden. Im Sitzen können die unteren Extremitäten kaum gesehen werden. Erst beim Eintauchen ist der Schweif zu sehen.

1822: Ein junger Mann, John McIsaac aus Schottland, sagt unter Eid aus, dass er ein Tier gesehen hätte, dessen obere Hälfte weiß und wie ein menschlicher Körper aussah. Die untere Hälfte aber war mit Schuppen bedeckt und es hatte eine Schwanzflosse, heißt es in einer Story des London Mirror. Die Sichtung war im Jahr 1811. McIsaac beschreibt die Kreatur als mit langem hellbraunem Haaren bedeckt und einer Körperlänge von 1-1,5 Metern und dicht beieinander liegenden Fingern.
„Es blieb noch für ein paar Minuten über Wasser und verschwand dann“, hieß es in dem Artikel. „Der Minister von Campbeltown und der Kammerherr von Mull, bestätigten seine Untersuchungen und erklärten, sie wüssten keinen Grund, warum seine Aufrichtigkeit in Frage gestellt werden müsste.

1830: Dorfbewohner von Benbecula, auf den Äußeren Hebriden vor der Westküste Schottlands, sahen eine kleine Frau am Strand und versuchten sie zu fangen, was ihnen aber nicht gelang, so dass sie mit Steinen nach ihr warfen. Einige Tage später wurde laut „Hidden Animals“ ein Körper an den Strand gespült. Sie untersuchten ihn. „Der obere Teil hatte die Größe eines gut entwickelten Kindes im Alter von drei oder vier Jahren mit einer abnorm entwickelten Brust. Das Haar war lang und dunkel und glänzend und die Haut weiß weich und zart. Der untere Teil war wie der eines Lachses aber ohne Schuppen.“ Die Kreatur wurde später in einem Sarg begraben.

1842: Eines der interessantesten der Ausstellungsstücke des Museums von Phineas Barnum, einem der berühmten Barnum Brüder, war eine Meerjungfrau die nahe den Fidschi Inseln im Süd-Pazifik gefangen worden sein soll. Es wurde viel hin- und herdebattiert, ob es sich bei diesem Wesen um eine Meerjungfrau handeln würde oder nicht. In einem Bericht der New York Sun hieß es: „Wir haben sie gesehen! Was? Eine Meerjungfrau? So ein Unfug? Wieso? Das ist die Zwillingsschwester des teuflischsten aller nur vorstellbaren Geschöpfe – Halb Fisch halb Mensch; alles in allem die kurioseste aller Kuriositäten, die die Erde oder das Meer je hervorgebracht haben.“
In einem Auszug der Autobiographie von Barnum, der von der Fakultät für Kunst und Geschichte der George Mason Universität veröffentlicht wurde, erzählt er, dass er das Exemplar aus dem Nachlass eines toten Seemanns erhalten habe, der es wiederum von einem japanischen Seefahrer gekauft haben soll. Barnum berichtet, wie er sich an einem bekannten Naturforscher wendete um sich der Echtheit des Tieres zu versichern. Dessen Aussage war, er könne sich nicht vorstellen, wie es ‚hergestellt’ worden sein soll, vor allem würde er – bezogen auf den oberen und unteren Teil des Tieres – „ keinen Affen mit solch eigentümlichen Zähnen, Armen und Händen, noch einem Fisch mit solch sonderbaren Flossen kennen.“
Barnum fragte ihn darauf: „Warum also glauben sie sei künstlich hergestellt?“ „Weil ich nicht an Meerjungfrauen glaube“, antwortete der Naturforscher. „Das ist überhaupt kein Grund“, erwiderte Barnum. „Ich für meinen Teil glaube daran und stelle sie aus.“ Barnum zeigte das Exponat in seinem Museum in New York und hatte damit nicht wenig Erfolg. Es gab auch Behauptungen, bei diesem Geschöpf würde es sich um einen Betrugsfall handeln, und dass es von japanischen Kunsthandwerkern erschaffen wurde.

1857: Die Shipping Gazette berichtet, dass schottische Seeleute eine Kreatur vor der Küste Britanniens beobachtet hatten. „Wir sahen sie ganz deutlich, nur 5 Meter vor uns entfernt, etwas mit dem Äußeren einer Frau, vollen Brüsten, einem schönem Gesicht, mit dunklem Teint und feinem Haar, das in Locken auf dessen Nacken und Rücken fiel. Es war bis zur Hälfte außerhalb des Wassers, erblickte uns und schüttelte seinen Kopf. Das Wetter war gut und wir konnten es drei bis fünf Minuten betrachten“, sagten John Williamson und John Cameron.

1947: Ein alter schottischer Fischer berichtete, dass er eine Seejungfrau etwa 20 Meter vom Strand entfernt gesehen habe, die auf einer schwimmenden „Heringskiste“ saß, wie sie benutzt wird, um lebende Hummer aufzubewahren, heißt es in The Folklore of the Merfolk von Sir Arthur Waugh. „Als sie sich umdrehte bemerkte sie unglücklicherweise, dass sie beobachtet wurde und tauchte ins Meer“, schreibt er. Als der Fischer später befragt wurde konnte ihn „nichts, aber auch gar nichts in der Welt davon abbringen eine Meerjungfrau gesehen zu haben. Deshalb: Man weiß nie!“

2008: Eine aktuellere Sichtung soll in Suurbraak stattgefunden haben, einem Dorf am westlichen Kap Südafrikas. Aldo Pekeur, ein Korrespondent des New Zealand Herald, berichtete darüber. Laut Aussage des Dorfbewohners Daniel Cupido hielten er und seine Freunde sich eines Nachts gegen 23:30 Uhr in der Nähe des Flusses auf. Plötzlich hörten sie ein Geräusch, als ob jemand heftig gegen eine Wand schlagen würde. Cupido näherte sich dem Geräusch und fand ein Wesen „ähnlich einer weißen Frau mit langem schwarzem Haar“, das im Wasser zappelte.“

Cupido sagte, er versuchte der Frau zu helfen, aber sie gab so seltsame Töne von sich, dass Cupidos Mutter, Dina, es im Herzen nicht mehr ertragen konnte, so traurig soll ihr davon geworden sein.“ Die Kreaturen werden Kaaiman, oder Halb-Mensch-halb-Fisch-Wesen beschrieben und leben in der tiefen See. Maggy Jantjies, Angestellte des Touristenbüros in Suurbraak sagte, sie würde Leute kennen die solche Kreaturen ebenfalls beobachtet haben sollen, nicht aber etwa unter Alkoholeinfluss.

2009: Berichte von duzenden Leuten, die Meerjungfrauen gesehen haben wollen, spornten den Stadtrat von Kiryat Yam, Israel, dazu an, eine Millionen Dollar Preisgeld, für ein Beweis-Foto oder die Gefangennahme einer Meerjungfrau, auszuschreiben. „Viele erzählen uns sie hätten sicher eine Meerjungfrau gesehen haben und zwar unabhängig voneinander“, erzählte der Sprecher des Stadtrates Natti Zilberman gegenüber Sky News. „Sie sagen sie ist halb Mädchen, halb Fisch und springt wie ein Delphin. Sie zeigt alle möglichen Tricks und verschwindet dann.

2012: Ein Beamter aus Zimbabwe erklärt, dass Regierungsarbeiter in mehreren Gebieten bei Staudammarbeiten von Meerjungfrauen vertrieben wurden. Der Minister für Wasserressourcen Sam Sipepa Nkomo berichtete einem Senatskomitee im März, dass einheimische Häuptlinge planen dem Meerjungfrauen-Problem durch Rituale Herr zu werden. Es wird geglaubt, dass die seltsamen Wesen in den Reservoiren in Gokwe und Mutare leben – Orte vor denen die Arbeiter Angst haben, berichtete Voice of America. Einige Arbeiter verschwanden und andere verweigerten zurückzugehen, um Wasserpumpen zu installieren.

Häuptling Edison Chihota vom östlichen Mashonaland erzählte den Medien, dass es Meerjungfrauen gibt. Als ein Bewahrer der Tradition habe ich keinen Zweifel, sagte Häuptling Chihota. „Jeder der das bestreitet, stellt sich selbst in Frage.“

Nachtrag: Noch immer wird die Existenz von Meerjungfrauen, jener Mischwesen, von der Wissenschaft abgelehnt. Trotz historischen Sichtungen vertrauenswürdiger Personen scheint die Wissenschaft dies ohne körperliche Beweise nicht anerkennen zu wollen. Funde werden aber auf Grund „anatomischer Unmöglichkeiten“ von der Entwicklungsbiologie abgelehnt und damit die gesamte Existenz solcher Wesen.

Die Hypothese historischer genetischer Experimente einer vorgeschichtlichen hochentwickelten Zivilisation tritt wiederum der Anthropologie auf die Füße. So könnte es sein, dass die Wissenschaft mit ihrer eingeengte Sichtweise trotz harter Beweise aus Bequemlichkeit Fakten über Bord wirft – wenn diese an unserem Weltbild rütteln. (dk)
Englischer Originalartikel: Mermaids Are Real: Columbus, Shakespeare, and Pliny the Elder