Meerjungfrauen: Ist das die einzig logische Erklärung?

Sehr viele haben bereits “Mermaid: The Body Found“ und “Mermaid: The New Evidence“ von Animal Planet im Rahmen der „Monster Week“ gesehen. Die beiden Teile der Dokumentation aus den USA sind extrem beliebt und wurden millionenfach im Internet gesehen, kommentiert und diskutiert.

Wir haben mal einen genaueren Blick darauf geworfen und waren uns zum Schluss nicht mehr so sicher, was die Show über den Zweck der reinen Unterhaltung hinaus vermitteln wollte.

Vor allem waren wir erstaunt, dass die Meerjungfrauen in der Doku gar nicht den Unterleib eines Fisches haben, was ja historisch und durch körperliche Funde belegt ist. Andererseits scheinen Archiv-Bilder aus der Dokumentation eher die „aquatic ape theorie“ (vWasser-Affen-Theorie“) zu untermauern, wonach Meerjungfrauen vom Affen abstammen sollen – Darwin lässt grüßen.

Die Sendung liefere Beweise für die Existenz von Meerjungfrauen, hieß es in der Ankündigung und ihre Dramaturgie war psychologisch interessant. Erst im kleingedruckten Abspann erfuhr man, dass alles nur ‚Science Fiction‘ war:

Sonderbare Gesänge

Im Mittelpunkt steht die Geschichte eines Teams von Wissenschaftlern, das auf der Suche nach Gründen für häufiges Walsterben ist und in Tonaufzeichnungen von Walgesängen noch komplexere Kommunikationsmuster bemerkt, diese aber zunächst keinem Wal oder einer anderen Spezies zuordnen kann.

Diese Aufzeichnungen führen die Forscher (die allesamt von bezahlten Schauspielern dargestellt werden), zusammen mit anderen Hinweisen zu der Annahme, es handele sich bei den Ton-Verursachern um eine „unbekannte intelligente Spezies.“ Schritt für Schritt taucht immer mehr „Beweismaterial“ auf, darunter ein (gefälschtes) Handy-Video, und die Forscher beginnen an die Existenz von Meerjungfrauen zu glauben …

Der Clou ist jedoch: Diese unterscheiden sich in wesentlichen Punkten von den historisch beobachteten Meerjungfrauen!

Delfin- oder Fischschwanz?

Vor allem haben die hier präsentierten Meerjungfrauen den Unterkörper eines Delfins und nicht den eines Fisches. Im Folgenden übernimmt der rotbärtige Dr. Paul Robertson in der Sendung die Rolle des Experten für diese Spezies.

Ein Eindruck, der bei mehrfachem Anschauen der Dokumentation entsteht, ist, dass anscheinend authentisches Material mit selbst produziertem Fake-Material gemischt wurde – alles verpackt in eine verwirrende Mischung aus Pseudo-Wissenschaftsdoku, Horror, Verschwörungs- und Evolutionstheorie. Sollte hier etwa die Verwirrung der Zuschauer das eigentliche Ziel gewesen sein, indem man rares authentisches Material durch den Vergleich mit eigens für die Show produzierten „Beweisen“ als Fake abstempelte?

Aus Sicherheitsgründen“ als Fake getarnt?

Viele, die die Dokumenation mehrfach gesehen haben, haben vielleicht bemerkt, das hier unterschwellig die Botschaft vermittelt wird, die dargestellte Sache sei in Wirklichkeit wahr, aber um keine Schwierigkeiten mit bestimmten Sicherheits-Behörden zu bekommen, müsste sie als Science Fiction getarnt werden und der Zuschauer würde sich schon selbst seinen Reim darauf machen können …

Eine große Anzahl der Zuschauer glaubten tatsächlich nach der Show, dass Meerjungfrauen existieren, oder fühlten sich in ihrem Glauben bestätigt. Was sie aber vielleicht nicht bemerkten war, wie ihnen gleichzeitig der evolutionstheoretische Erklärungsansatz für Meerjungfrauen mitverkauft wurde.

Denn aus welchen Grund hätte sich laut Darwin ein Wesen entwickeln sollen, das zur Hälfte Fisch und zur Hälfte Mensch ist? Schwieriges Thema.

Die NOAA meldet sich zu Wort

Einen Monat nach der Erstausstrahlung im Jahr 2012 fühlten sich US-Behörden zu einem Statement genötigt. Die National Oceanic and Atmospheric Aministration erklärte auf ihrer Webseite, dass „noch nie Hinweise für die Existenz von Wesen, die halb Mensch und halb Fisch sind, gefunden wurden.“

Sollte hier eine sehr aufwändig produzierte Dokumentation mit einem vertrauenswürdig gespielten Moderator, und unschuldig gespielten Wissenschaftlern, erst im Nachhinein als Sience Fiction deklariert worden sein, um das Vertrauen in ihre Richtigkeit beim Zuschauer zu vertiefen und ihn um so mehr daran glauben zu lassen?

Falls ‚authentische Funde‘ im Internet auftauchen, die dem Schema des Films widersprechen würden, bestünde dann nicht bei den Zuschauern die Tendenz, dass sie trotz harter Fakten neue oder historische Zeugenberichte als Fake abstempeln würden?

Eine direkte Folge der Sendung war: Während man früher auf YouTube allerlei Interessantes zum Thema „Mermaids“ finden konnte, bilden jetzt Auszüge aus der Dokumentation den Hauptanteil der aufzufindenden Videos (mal abgesehen von der Serie „Being a Mermaid“).

Digitale (R)evolution

Fakt ist: Das Internet hatte schon bald dem Glauben an die Existenz der Meerjungfrauen neue Nahrung gegeben. Und falls sich hier weiter herumsprechen sollte, dass die angespülten Skelette und Körper echt seien, stellte das ein großes Problem für das darwinistische Weltbild ja die Wissenschaft an sich dar. In den vergangenen Jahren tauchten verschiedene Videoschnipsel auf, die für eine Existenz der Fisch-Mensch-Mischwesen sprechen. Viele, die nach den Sendungen von Animal Planet erschienen, scheinen digital produziert worden zu sein und ausschließlich dem in den Dokus vermittelten Bild zu entsprechen.
Hier eine Kostprobe:

Unterhaltung oder Propaganda?

Diente der gesamte Aufwand um diese Show lediglich der Unterhaltung oder hatte er noch ein anderes Ziel? Zum Beispiel, die Evolutionstheorie zu promoten, angesichts dessen, dass der aufgefrischte Glauben an Meerjungfrauen sie in Gefahr bringt? So einfach lassen sich Meerjungfrauen, die in vielen voneinander unabhängigen Kulturen bekannt sind, nämlich nicht aus dem kollektiven Unterbewusstsein der Menschen löschen.

Fast scheint es, als sollte die archetypische Symbolik der schönen Meerjungfrau als Anima, wie wir sie unter anderem aus der Romantik kennen, hier eine Umdeutung zum Monster erhalten.
Und das ganz „wissenschaftlich“ und wasserdicht.

Das waren die Mermaid-Dokus von Animal Planet:
„Mermaid: The Body Found“ (2012)

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