Aktuelle Nachrichten – China - Politik
24.03.2009
Johannesburg – Südafrika will dem Dalai Lama im Hinblick auf die guten Beziehungen mit China bis zur Fußballweltmeisterschaft im kommenden Jahr die Einreise verweigern. Das erklärte der Sprecher von Präsident Kgalema Motlanthe, Thabo Masebe, am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP. Eine Friedenskonferenz, an der das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten teilnehmen sollte, wurde von den Organisatoren unterdessen wegen der Verweigerungshaltung der Regierung verschoben.
Mehrere Nobelpreisträger hatten gegen die Entscheidung Südafrikas, dem Dalai Lama kein Visum zu gewähren, protestiert und angekündigt, die Veranstaltung zu boykottieren, darunter auch der frühere Erzbischof von Kapstadt, Desmond Tutu. Südafrikas Haltung stehe allerdings im Einklang mit dem verheerenden Auftritt seines Landes im UN-Sicherheitsrat im vergangenen Jahr, sagte Tutu. Die Kaprepublik hatte damals mehrfach die Verurteilung der Unrechtsregimes in Sudan, Simbabwe, Iran oder Burma verhindert und sich stattdessen hinter China gestellt. "Wir beugen uns schamlos dem Druck der Chinesen. Ich bin bestürzt und schäme mich für mein Land", zürnte Tutu gestern.
Die Konferenz sollte am Freitag beginnen. Auf dem Treffen sollte es mit Blick auf die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika um den Beitrag des Sports zur Volkerverständigung und Überwindung des Rassismus gehen.
Masebe hatte die internationale Empörung am Montag zurückgewiesen. Es sei nicht der richtige Zeitpunkt für einen solchen Besuch, sagte Masebe und verwies dabei auf die Bedeutung guter Beziehungen zum Handelspartner China.
Der Dalai Lama wurde für seinen gewaltlosen Kampf gegen China 1989 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Er setzt sich für eine größere Autonomie der Tibeter ein, fordert jedoch keine staatliche Unabhängigkeit. China wirft dem Dalai Lama jedoch vor, eine Abspaltung von China anzustreben. Peking hat wegen Auslandsreisen des Dalai Lamas immer wieder Druck auf Regierungen der jeweiligen Gastländer ausgeübt und eine „Einmischung in innere Angelegenheiten“ beklagt. (AP)
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