Aktuelle Nachrichten – Kultur
30.08.2011
Foto: Michael Probst/AP Photo
Berlin – Moderator Wolfgang Herles wird in der neuen ZDF-Literatursendung "Das blaue Sofa" auf Reisen zu den Autoren gehen. Für die Auftaktsendung traf er sich mit dem Schriftsteller Ilija Trojanow auf einem Gletscher in Tirol, wie Herles am Dienstag in Berlin berichtete. Die Sendung wird erstmals am 16. September (23.00 Uhr) ausgestrahlt.
"Das blaue Sofa" soll laut Peter Arens, Hauptredaktionsleiter Kultur und Wissenschaft des ZDF, künftig sechs Mal im Jahr freitags um 23.00 Uhr ausgestrahlt werden. Die jeweils 30 Minuten langen Sendungen würden nicht im Studio produziert. Stattdessen werde Herles mit dem blauen Sofa, das durch die gleichnamige Veranstaltungsreihe auf Buchmessen bekannt ist, auf Reisen gehen und die vorgestellten Autoren am Ort ihres Schaffens oder am Schauplatz der Romanhandlungen auf dem Möbelstück Platz nehmen lassen.
Mit Trojanow unterhält sich Herles in mehr als 3.000 Metern Höhe über dessen Roman "Eistau", der die Geschichte eines Gletscherforschers erzählt. Für das Gespräch mit dem Schauspieler Josef Bierbichler über sein Romandebüt "Mittelreich" bildet der Starnberger See die Kulisse.
Neben zwei Gesprächen bietet die Sendung auch Raum für die Besprechung weiterer Neuerscheinungen. In der Auftaktsendung sind das laut Herles der erste Roman des Regisseurs Oskar Roehler, "Herkunft", Judith Schalanskys "Der Hals der Giraffe", der erste Roman des Strafverteidigers Ferdinand von Schirach, "Der Fall Collini", sowie die Porträtskizzen "Fast schon kriminell" von Ursula März.
Er wolle mit seiner Sendung Orientierung schaffen in der jährlichen "Flut von Neuerscheinungen", sagte Herles, der seit elf Jahren die ZDF-Kultursendung "Aspekte" moderiert und selbst mehrere Romane und Sachbücher veröffentlicht hat. Außerdem wolle er Diskussionen über Bücher anregen.
Die Auswahl der besprochenen Bücher trifft Herles mit "radikaler Subjektivität". Er könne nur Bücher vorstellen, die ihn packen und die er nicht mehr aus der Hand legen wolle. Das müssten jedoch nicht nur Bücher sein, die ihn begeisterten. "Ein bis zwei Verrisse pro Sendung dürfen sein", sagte Herles. Keinesfalls wolle er aber Debüts verreißen. Das müsse Autoren treffen, die einen Namen hätten, Bestseller schrieben und dann ein schlechtes Buch produzierten.
Sachbücher wolle er nicht vorstellen, sondern sich auf Belletristik beschränken. "Das schließt erzählte Literatur mit Sachbuchcharakter ein", fügte Herles hinzu. Für wissenschaftliche Sachbücher sei jedoch die Sendezeit von 30 Minuten zu knapp. Mit dem späten Sendeplatz um 23.00 Uhr kann der Moderator hingegen durchaus leben. "23.00 Uhr im Hauptprogramm ist mir lieber als 20.15 Uhr in einem dritten Programm", sagte er.
Redaktionsleiter Arens strebt mit dem neuen Format höhere Zuschauerzahlen an, als sie die Vorgängersendung "Die Vorleser" mit durchschnittlich 700.000 erzielten konnte. "Wenn wir eines Tages mit 900.000 Zuschauern die Millionen kratzen, das wäre ein toller Erfolg."
Bildhinweis: 300811BER211
(dapd)
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