Aktuelle Nachrichten – Unterhaltung
17.02.2012
Foto: Torsten Silz/dapd
Köln/Mainz – Der Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff wirbelt die Vorbereitungen der Rosenmontagszüge in Köln und Mainz durcheinander. Die Aktiven im Karneval müssen ihre Motivwagen zur Wulff-Affäre umbauen. Auch die Redner auf der Fastnachts-Fernsehsitzung in Mainz am Freitagabend mussten kurzfristig umplanen.
"Den Etappenhasen Wulff wird es nicht geben", sagte der Leiter des Kölner Rosenmontagszugs, Christoph Kuckelkorn. "Wir haben uns schon nach den ersten Meldungen zu den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Wulff zu diesem Schritt entschieden." Es gebe drei bis vier Ideen, wie das Motiv aussehen soll. "Wir sind gerade in einer kreativen Phase."
Der Abriss des am Mittwoch vorgestellten Wulff-Wagens sollte noch am Freitag "zelebriert" werden. Über die Umbaupläne wollten die Kölner Jecken am Nachmittag informieren. "Wir erklären, was wir ändern und wie wir den Wagen umbauen", sagte die Sprecherin des Festkomitees Kölner Karneval, Sigrid Krebs.
Auch die Mainzer Narren reagieren auf den Rücktritt von Wulff. Wie der Wagen aussehen werde, solle aber ein Geheimnis bleiben, sagte der Leiter des Rosenmontagszugs, Kay-Uwe Schreiber. "Das wird die Überraschung des Rosenmontagszugs".
Das bisherige Motiv war Anfang dieser Woche vorgestellt worden. Es zeigt Wulff als lädierten Boxer, der angeschlagen in den Seilen hängt, aber noch nicht k.o. ist. Allerdings ist die Pappmaché-Figur so konzipiert worden, dass sie ohne großen Aufwand flach auf den Rücken gelegt werden kann, wie Wagenbauer-Chef Dieter Wenger bei der offiziellen Vorstellung erläutert hatte.
Der Rücktritt von Wulff hielt auch die Macher der Fastnachts-Fernsehsitzung "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" auf Trab. "Mein Kugelschreiber glüht schon", sagte der als "Bote vom Bundestag" bekannte Büttenredner Jürgen Dietz Stunden vor der Livesendung. Schon am Morgen, als sich der Rücktritt in der Medienberichterstattung mehr und mehr abzeichnete, habe er damit begonnen, sein Manuskript zu überarbeiten. "Bei Wulffs Rücktrittsrede habe ich genau hingehört, um heute Abend ganz aktuell Spitzen setzen zu können", fügte der Büttenredner hinzu.
Seine Rede überarbeiten musste auch der Sitzungspräsident der Fernsehsitzung, Hans Peter Betz. Denn als Guddi Guttenberg in der Bütt habe auch er schon Wulff-Witze vorbereitet gehabt. "Auf alle Fälle bleibt Wulff ein Thema in der Bütt." (dapd)
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