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Syrien Wut und Trauer in Syrien nach US-Angriff

Zeina Karam

27.10.2008

Wut entlädt sich in Syrien.  (AP Photo/Hussein Malla)
Wut entlädt sich in Syrien. (AP Photo/Hussein Malla)

London – Mit Wut und Trauer hat Syrien am Montag auf den tödlichen Angriff einer US-Kommandoeinheit auf syrischem Hoheitsgebiet reagiert. Acht Personen, darunter auch vier Kinder und eine Frau, sind nach Angaben der Regierung in Damaskus bei dem Luftangriff auf ein Gehöft in der Nähe der irakischen Grenze getötet worden. Die USA bestätigten den mit Angriff vom Sonntag. Ziel seien mit dem Terrornetzwerk Al Kaida verbündete ausländische Kämpfer gewesen, die von Syrien aus in den Irak einsickern wollten.

„Wir nehmen die Dinge in unsere Hand“, sagte ein US-Militärsprecher, der namentlich nicht genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur AP. Der Angriff vom Sonntag ist Beleg für einen Strategiewechsel, der schon seit einigen Wochen in Pakistan zu beobachten ist. US-Präsident George W. Bush erlaubte es im Juli seinen Truppen per Geheimbefehl, Ziele auf dem Territorium des Verbündeten Pakistan anzugreifen. Die pakistanische Regierung hatte sich nicht willens oder fähig gezeigt, Kämpfer der Taliban und deren Verbündete daran zu hindern, in Afghanistan zuzuschlagen und sich dann in den Stammesgebieten im Nordwesten Pakistans vor ihren Verfolgern zu verstecken.

Kritik aus Damaskus und Moskau

In Syrien und Moskau ernteten die Amerikaner mit ihrem Vorgehen scharfe Kritik. Der Angriff der US sei ein Akt „krimineller und terroristischer Aggression“, sagte der syrische Außenminister Walid al Moallem am Montag in London. Bei der Trauerprozession in dem angegriffenen Dorf rief die Menge antiamerikanische Schmähungen und trug Plakate mit der Aufschrift „Nieder mit Bush, nieder mit dem amerikanischen Feind“.

Russland kritisierte den Angriff scharf. Die Aktion werde die Spannungen in der Region nur verschärfen, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums. Moskau sei sehr besorgt. Der Kampf gegen den Terrorismus dürfe nicht als Vorwand für Angriffe auf souveräne Staaten benutzt werden. Moskau ist noch aus Zeiten der Sowjetunion ein enger Verbündeter von Damaskus.

Der syrische Botschafter in London, Dschihad Makdissi, sagte am Montag, es sei empörend, dass ein ständiges Sicherheitsratsmitglied wie die USA sich so verhalten habe. Makdissi warf den USA vor, sich das „Recht des Dschungels“ herauszunehmen. „Auf dem Höhepunkt der Krise haben sie nicht zu dieser Form der Aggression gegriffen. Warum jetzt, da die Sicherheitslage im Irak besser geworden ist? Das ist nicht zu rechtfertigen.“

Widersprüchliche Angaben in Syrien zu Opfern

Nach einer Meldung der amtlichen syrischen Nachrichtenagentur SANA wurden bei dem Hubschrauberangriff am Sonntag nahe des Dorfs Sukkarijeh auch ein Mann und seine vier Kinder getötet. Örtliche Behördenvertreter sprachen dagegen von sieben Toten, darunter eine Frau. Ein AP-Reporter sah bei einem Begräbnis auf dem Dorffriedhof sieben Männerleichen. Für die Unstimmigkeiten gab es zunächst keine Erklärung.

Nach Angaben der syrischen Regierung griffen vier US-Hubschrauber am Sonntagabend die Baustelle eines zivilen Gebäudes auf dem Bauernhof Sukkarijeh nahe der Ortschaft Abu Kamal an und beschossen mehrere Bauarbeiter.

Die syrische Ortschaft Abu Kamal liegt acht Kilometer von der irakischen Grenze entfernt. Die Region befindet sich in der Nähe der irakischen Grenzstadt Kaim. Der Übergang Kaim gilt als zentraler Knotenpunkt für Rebellen und den Transport von Waffen und Geld für den Aufstand radikaler Sunniten. (AP)

 

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