Brüssel - Zahlreiche Nahrungsmittel in Europa sind nach einem Bericht des WWF mit Spuren potenziell schädlicher Chemikalien versetzt. Bei Tests seien solche Chemikalien in allen Proben entdeckt worden, darunter Phthalate in Olivenöl, Käse und Fleisch, verbotene Pestizide in Fisch und Rentierfleisch, künstliche Moschus- und Organozinnverbindungen in Fisch sowie Flammschutzmittel in Fleisch und Käse, erklärte der World Wide Fund for Nature am Donnerstag in Brüssel.
Der Bericht stütze sich auf die Untersuchung von Proben aus Supermärkten in Großbritannien, Italien, Spanien, Griechenland, Schweden, Finnland und Polen. Die Verbraucher würden vom Verzehr dieser Produkte «nicht notwendigerweise» krank. Der WWF sei jedoch besorgt über die potenziellen langfristigen Folgen selbst geringer Mengen von Chemikalien in der Nahrung, insbesondere für Schwangere und Kinder. «Es ist schockierend zu sehen, dass sogar eine gesunde Ernährung zur täglichen Aufnahme so vieler Schadstoffe führt», sagte Sandra Jen, Direktorin der WWF-Kampagne DetoX. Die globale Kette der Verseuchung zu durchbrechen erfordere ein starkes Engagement der EU-Politiker, sagte sie.
Das Europäische Parlament soll noch in diesem Jahr über die geplante Verordnung zur Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien (REACH) abstimmen. Die ursprüngliche Vorlage wurde auf Druck der Industrie abgeschwächt, was bei Umwelt- und Verbraucherschützern auf Kritik stieß. Der WWF erklärte, potenziell besonders schädliche Chemikalien, die beispielsweise das Hormonsystem beeinflussen können, müssten wo immer möglich durch sicherere Alternativen ersetzt werden.
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(AP)