St. Gallen – Die fünfeinhalbjährige Ylenia ist von ihrem mutmasslichen Entführer Urs Hans von Aesch vergiftet worden. Dies gaben die St. Galler Strafuntersuchungsbehörden am Montag bekannt. Die Indizien sprechen für ein sexuelles Tatmotiv.
Das Mädchen starb an einer Toluol-Vergiftung. Dabei handelt es sich um eine farblose Flüssigkeit, die unter anderem in Benzin vorkommt. Zuvor sei das Mädchen mit Nitroverdünner betäubt worden, wohl um sie einfacher entführen zu können.
Alle bisherigen Informationen wiesen auf von Aesch als Täter hin hiess es weiter. Er habe pädophile Neigungen gehabt. In seinem Umfeld habe dies jedoch niemand gewusst und er habe seine Neigungen auch nicht ausgelebt. Die Indizien würden für ein sexuelles Tatmotiv sprechen. Auch wenn rechtsmedizinisch kein sexueller Missbrauch festgestellt worden sei, könne ein sexueller Missbrauch durch Berührungen nicht ausgeschlossen werden.
Was genau von Aesch mit Ylenia gemacht habe, sei nicht restlos geklärt. Ylenia sei vermutlich gefesselt im Laderaum des Fahrzeuges des Täters transportiert worden. Auch die Beweggründe seiner Tat blieben weitgehend im Dunkeln. Viele wichtige Spuren seien durch die lange Liegezeit des Körpers des Mädchens verloren gegangen.
Die kleine Ylenia war am vergangenen 31. Juli beim Hallenbad Appenzell von von Aesch entführt und später ermordet worden. Am gleichen Tag verübte der 67-jährige Auslandschweizer in einem Wald bei Oberbüren (SG) Selbstmord. Zuvor hatte er einen 46-jährigen Passanten angeschossen. Die Leiche des Kindes wurde am 15. September nach unzähligen Suchaktionen der Polizei von einer Privatperson im Hartmannswald bei Oberbüren im Kanton St. Gallen entdeckt. (AP)
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