Menschen & Meinungen – Zahl der Abtreibungen geht weiter zurück – DAPD
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Menschen & Meinungen

Zahl der Abtreibungen geht weiter zurück

DAPD

05.03.2008

Wiesbaden – Immer weniger Frauen in Deutschland brechen eine Schwangerschaft vorzeitig ab. Die Zahl der Abtreibungen sank im vergangenen Jahr erneut um 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Insgesamt wurden 2007 bundesweit noch knapp 117.000 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet und damit 2.800 weniger als im Vorjahr. Damit hat sich der seit 2004 zu verzeichnende kontinuierliche Rückgang fortgesetzt.

Über die Gründe konnte das Amt auf Nachfrage keine Angaben machen. Klar sei aber, dass der Rückgang nicht allein auf die demografische Entwicklung zurückzuführen sei. Denn auch die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche pro 10.000 Frauen sei rückläufig. Von den Betroffenen, die 2007 eine Abtreibung vornehmen ließen, war laut Statistik die Mehrheit von 52,9 Prozent ledig; verheiratet waren 41,7 Prozent.

Drei Viertel zwischen 18 und 34 Jahre alt

Mit 72 Prozent waren knapp drei Viertel der Frauen, die eine Schwangerschaft abbrechen ließen, zwischen 18 und 34 Jahre alt, weitere 16 Prozent im Alter zwischen 35 und 39 Jahren. Nur knapp acht Prozent der Frauen waren 40 Jahre und älter. Die unter 18-Jährigen hatten einen Anteil von gut fünf Prozent. Ihre Zahl ging im Vergleich zum Jahr 2006 um 400 auf rund 6.200 zurück. 41 Prozent der Schwangeren hatten vor dem Eingriff noch keine Lebendgeburt.

Über 97 Prozent der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche wurden nach der Beratungsregelung vorgenommen. Eine derartige Beratung bei dazu legitimierten Stellen ist Voraussetzung für eine nicht rechtswidrige Abtreibung wegen einer Notlage der Frau. Medizinische und kriminologische Indikationen, also Gefahr für das Leben der Mutter oder vorausgegangene Vergewaltigungen, waren in weniger als drei Prozent der Fälle die Begründung für den Abbruch.

Absaugmethode am häufigsten%)

Mit 76 Prozent wurden die weitaus meisten Schwangerschaftsabbrüche mit der Absaugmethode durchgeführt. Bei zehn Prozent der Schwangerschaftsabbrüche wurde das Mittel Mifegyne, die sogenannte Abtreibungspille, verwendet. Die Eingriffe erfolgten in 98 Prozent der Fälle weit überwiegend ambulant, und zwar zu 79 Prozent in Frauenarztpraxen und 19 Prozent ambulant im Krankenhaus. Nur fünf Prozent der Frauen ließen den Eingriff in einem Bundesland vornehmen, in dem sie nicht wohnten.

Im vierten Quartal 2007 wurden rund 28.500 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet. Das sind knapp zwei Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Daraus könne aber nicht auf eine Umkehr des rückläufigen Trends bei den Abtreibungen geschlossen werden, erläuterte die zuständige Expertin des Statistischen Bundesamts. Quartalszahlen seien immer nur bedingt aussagekräftig.

http://www.destatis.de (AP)

Schlagworte

Webnews einstellen
 
Anzeige
Anzeige