Berlin – Zum ersten Mal seit mehr als vier Jahren ist die Zahl der Arbeitslosen im April unter die Vier-Millionen-Grenze gesunken. Wie Bundesarbeitsminister Franz Müntefering am Tag der Arbeit am Dienstag bekannt gab, waren im vergangenen Monat insgesamt 3,967 Millionen Menschen ohne Job. Das sind 1,1 Millionen weniger als noch im Frühling vor zwei Jahren. Müntefering sprach von einer ermutigenden Entwicklung: „2007 kann ein wirklich gutes Jahr werden“, erklärte der Vizekanzler.
Auch SPD-Chef Kurt Beck sagte, die wirtschaftliche Entwicklung sei so gut wie lange nicht mehr. Es komme nun darauf an, diesen Aufschwung nicht einigen wenigen zu überlassen, sondern möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen, sagte Beck bei einer Veranstaltung in Wörth bei Karlsruhe.
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sah ebenso Grund für Optimismus, sagte aber zugleich: „Das Ziel – Arbeit für alle – haben wir noch nicht erreicht, aber wir sind auf dem richtigen Weg.“ Es gebe noch viel zu tun und es verbiete sich angesichts von vier Millionen Arbeitslosen, sich zurückzulehnen.
Nach den Worten Münteferings stieg die Zahl der offenen Stellen binnen dieser Zweijahresfrist von damals 420.000 auf heute 920.000. Die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen habe sich von 555.000 auf rund 400.000 weiter verringert. Als Gründe für den Aufwärtstrend nannte der Vizekanzler die anhaltend gute Konjunktur und die verbesserte Vermittlung durch die Arbeitsagenturen.
„Es gibt gute Gründe, Mut zu machen“, erklärte der SPD-Politiker, fügte aber hinzu, dass es gleichzeitig keinen Anlass gebe, „es sich bequem zu machen“. Als Hauptaufgaben nannte Müntefering mehr öffentliche und private Investitionen in der Wirtschaft, eine Qualifizierungsoffensive in Ausbildung und Weiterbildung sowie faire Löhne, Arbeitsschutz und Arbeitsrecht und eine familienfreundliche Arbeitswelt.
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sah den Weg der Reformen bestätigt. „Die guten Nachrichten auf dem Arbeitsmarkt reißen nicht ab“, erklärte er. Die von Ex-Kanzler Gerhard Schröder begonnenen Reformen zeigten Wirkung.
Die bayerische Arbeitsministerin Christa Stewens zeigte sich erfreut, dass der Aufschwung jetzt auch den Arbeitsmarkt erreicht habe. Dennoch bleibe die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zentrale Herausforderung, erklärte sie. „Wir dürfen jetzt in unseren Anstrengungen nicht nachlassen. Noch immer haben in Deutschland vier Millionen Menschen keinen Job“, mahnte die CSU-Politikerin. Gerade junge Menschen müssten einen Zugang zum Berufsleben finden.
Am (morgigen) Mittwoch will die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg die aktuellen Arbeitsmarktdaten offiziell vorstellen. Im März war die Zahl der Arbeitslosen auf 4,108 Millionen gesunken. Die Erwerbslosenquote verringerte sich damit um 0,3 Prozentpunkte auf 9,8 Prozent,
http://www.bmas.bund.de/
http://www.arbeitsagentur.de/ (AP)
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