Aktuelle Nachrichten – Medizin
13.01.2011
Frankfurt am Main – Die Bereitschaft zu Organspenden hat im vergangenen Jahr zugenommen und 2010 spendeten 1.296 Menschen nach ihrem Tod Organe. Das waren 79 oder 6,5 Prozent mehr als 2009, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. Damit sei die Zahl der Organspender so hoch wie nie zuvor gewesen.
Demzufolge stieg auch die Zahl der gespendeten Organe – und zwar um 308 auf 4.205. Tatsächliche Organtransplantationen gab es 4.326 im vergangenen Jahr, 2009 waren es 4.051 gewesen. Weiterhin befinden sich aber rund 12.000 Patienten auf der Warteliste für ein Spenderorgan.
Die Nierenspende des SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier habe im vergangenen Jahr für große Anteilnahme gesorgt und damit auch die öffentliche Diskussion über Organspende neu angestoßen, sagte der kaufmännische DSO-Vorstand Thomas Beck. Nun sei es nötig, politisch und gesellschaftlich "die Weichen richtig zu stellen".
Eine zentrale Forderung der DSO ist, dass die Rahmenbedingungen zur Meldepflicht der Krankenhäuser bundesweit vereinheitlicht werden. "Potenzielle Organspender müssen verlässlich erkannt und deren Wille umgesetzt werden. Deshalb brauchen wir mehr Verbindlichkeiten für alle Partner im System und mehr Kompetenzen für die DSO, um nicht erst auf Zuruf tätig werden zu können", sagte der medizinische DSO-Vorstand Günter Kirste.
Die DSO ist die bundesweite Koordinierungsstelle für Organspende.
(dapd)
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