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"Im Gedächtnis der Nationen" Zehntausende Armenier gedenken des Massenmordes durch die Türken

DAPD

24.04.2009

Heute, am 94. Jahrestags des Beginns der Massaker an den Armeniern, gedachte die armenische Bevölkerung der bis zu 1,5 Millionen Todesopfern. (AP Photo/Mkhtar Khachatryan/Photolure)
Heute, am 94. Jahrestags des Beginns der Massaker an den Armeniern, gedachte die armenische Bevölkerung der bis zu 1,5 Millionen Todesopfern. (AP Photo/Mkhtar Khachatryan/Photolure)

Eriwan – Mehrere zehntausend Armenier haben am Freitag mit einem Marsch durch die Hauptstadt Eriwan des Massenmordes an ihrem Volk vor 94 Jahren gedacht. Sie forderten die Türkei auf, die Massaker durch das Osmanische Reich als Völkermord anzuerkennen. Die Demonstranten verbrannten türkische Fahnen. Viele trugen Kerzen und Fackeln mit sich. Im ganzen Land wurden Gedenkgottesdienste für die bis zu 1,5 Millionen Opfer gehalten, die nach armenischer Darstellung im ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts getötet wurden.

Die Türkei betrachtet die Ereignisse von 1915 dagegen als Unruhen vor dem Hintergrund der Auflösung des Osmanischen Reichs. Die Bewertung der Massaker an den Armeniern ist bis heute immer wieder Anlass für diplomatische Spannungen.

Bei seinem jüngsten Türkei-Besuch hatte US-Präsident Barack Obama Anfang dieses Monats den umstrittenen Begriff Völkermord vermieden. Ebenso wie die Europäische Union rief er die Türkei und Armenien dazu auf, ihren Konflikt beizulegen.

In seiner am Freitag veröffentlichten Erklärung sprach Obama mit Blick auf die Massaker von „einer der größten Grausamkeiten des 20. Jahrhunderts“. Er vermied aber den Begriff Völkermord. Im Wahlkampf hatte er noch versprochen, als Präsident werde er die den Armeniern zugefügten Verbrechen als Völkermord anerkennen.

„Verbrechen gegen die Menschlichkeit erlischen nicht im Gedächtnis der Nationen“, erklärte der armenische Präsident Serge Sarkisian aus Anlass des Jahrestags des Beginns der Massaker. Damals waren in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, mehrere hundert armenische Intellektuelle zusammengetrieben und verhaftet worden. „Bei der internationalen Anerkennung und Verurteilung des Völkermordes an den Armeniern geht es um die Wiederherstellung der historischen Gerechtigkeit.“ (AP)

 

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