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Mutbürger haben es satt / Bildergalerie Zehntausende demonstrieren in Berlin für bäuerliche Landwirtschaft

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22.01.2011

21 Stunden fuhr ein Bauer aus Göttingen auf seinem Traktor nach Berlin. "Das ist es mir wert", sagte er. Foto: Renate Lilge-Stodieck/The Epoch Times
21 Stunden fuhr ein Bauer aus Göttingen auf seinem Traktor nach Berlin. "Das ist es mir wert", sagte er.

Foto: Renate Lilge-Stodieck/The Epoch Times

Berlin – "Ihr seid die Mutbürger", hieß es gleich zu Beginn der Abschlusskundgebung vor dem Brandenburger Tor. Nicht länger will man sich "abspeisen" lassen, wenn es um die Zukunft der Böden, der Viehzucht und unserer Ernährung geht. Sie "haben es satt", aber sie sind nicht von gestern. Sie wollen keine Agrar-Industrie, bei der Mensch und Tier jede Würde und auch ihre Zukunft verlieren, so Hubert Weiger aus Bayern. Als BUND-Vorsitzender führt er schon einen langen Kampf für eine nachhaltige Landwirtschaft, für die man sich vor seinen Kindern "nicht schämen muss".

Mit Traktoren und einem kilometerlangen Protestzug haben am Samstag im Berliner Regierungsviertel Zehntausende gegen Agrarfabriken demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter folgten 22.000 Teilnehmer dem Aufruf zur Demonstration unter dem Motto "Wir haben es satt! Nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumpingexporten". Bei der bislang größten Demonstration dieser Art zogen Bauern, Umweltschützer, Imker und Verbraucher gemeinsam vom Berliner Hauptbahnhof zur Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor.

Die Teilnehmer waren nach Angaben der Veranstalter mit 60 Bussen, Zügen und mehr als 70 Traktoren aus dem ganzen Bundesgebiet zu der Demonstration angereist. Getragen wurde die Veranstaltung von mehr als 120 Bauern- und Umweltverbänden, Bürgerinitiativen gegen Massentierhaltung und Gentechnik sowie von Eine-Welt-Gruppen. Anlass der Demonstration war die von der Bundesregierung ausgerichtete Agrarministerkonferenz auf der Grünen Woche.

Aufgeweckt durch die jüngsten Dioxin-Skandale beteiligten sich nun auch viele Verbraucher an der Demonstration. "Das ist uns wichtig", sagten der Biobauer aus Baden Wüttemberg und das Ehepaar aus Bayern ebenso wie Teilnehmer aus Berlin. "Wir sind Verbraucher, es geht uns was an", hieß es bei vielen Demonstranten. Ein Göttinger Landwirt war 21 Stunden auf seinem Traktor unterwegs. "Das ist es mir wert", sagte er.

Auf der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor wurde als Konsequenz aus dem Dioxin- und anderen Lebensmittelskandalen gefordert, Bundesregierung und EU sollten statt der Agrarfabriken die bäuerliche Landwirtschaft fördern. BUND-Vorsitzende Hubert Weiger kündigte an, die Berliner Kundgebung sei nur der Auftakt zahlreicher weiterer Aktionen. "Die Bundesregierung muss endlich begreifen, dass sie bei Fortsetzung ihrer Blockadepolitik gegen eine nachhaltige und gerechte Agrarreform in Europa schon beim nächsten Lebensmittelskandal wieder ins Schlingern gerät."

Maria Heubuch, Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, sagte: "Agrarfabriken gehören verboten und nicht weiter mit Steuergeldern subventioniert. Tiergerechte Haltung, heimisches Futter und besonders Eiweißfutter ohne Gentechnik – das ist unsere Zukunft."

Für die Veranstalter erklärte Campact-Geschäftsführer Felix Kolb, der Protest zeige, dass die Bürger "ein Ende der industriehörigen Landwirtschafts- und Lebensmittelpolitik" wollten. Strengere Lebensmittelkontrollen alleine reichten nicht aus. Nötig sei eine grundlegende Wende in der Agrarpolitik. "Bundesagrarministerin Ilse Aigner muss eine echte EU-Agrarreform und den Ausstieg aus der Massentierhaltung voranbringen anstatt beides zu bremsen", forderte Kolb.

(rls und dapd)

 

 

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