Klima – Zeichen für Erwärmung der Arktis nehmen zu – DAPD
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Zeichen für Erwärmung der Arktis nehmen zu

DAPD

17.11.2006

Nachhaltige Erwärmung von der Beringstraße zwischen Sibirien und Alaska bis zur Atlantikseite der Nordhalbkugel führt zu Eisschmelze, die nicht mehr durch Eisneubildung kompensiert wird. Folge: Das Eis nimmt ab. (Harry Gerwin/Getty Images)
Nachhaltige Erwärmung von der Beringstraße zwischen Sibirien und Alaska bis zur Atlantikseite der Nordhalbkugel führt zu Eisschmelze, die nicht mehr durch Eisneubildung kompensiert wird. Folge: Das Eis nimmt ab. (Harry Gerwin/Getty Images)

Washington - In der Arktis mehren sich die Zeichen für eine nachhaltige Erwärmung: Das Eis in den Meeren nimmt ab - und zwar von der Beringstraße zwischen Sibirien und Alaska bis zur Atlantikseite der Nordhalbkugel, berichten internationale Wissenschaftler in ihrer Studie zur «Lage der Arktis». In jedem der vergangenen fünf Jahren habe die Temperatur mindestens einen Grad Celsius über dem Durchschnitt der gesamten Arktis gelegen, heißt es in dem am Donnerstag in Washington veröffentlichten Bericht.

Darin werden die Beobachtungen von Wissenschaftlern der USA, Kanadas, Deutschlands, Frankreichs, Norwegens, Polens, Schwedens und Russlands zusammengetragen. So wurde festgestellt, dass früher eine Reduzierung des Eises in den Meeren auf der einen Seite der Arktis auf der anderen mit einer Zunahme ausgeglichen worden sei. Unterm Strich blieb die Eismenge also gleich. Nun hat das Eis in der gesamten Arktis abgenommen und ist auf den niedrigsten Stand seit Beginn der satellitengestützten Erfassung gefallen, berichteten die Forscher. Die Abnahme sei zudem sowohl im Sommer als auch im Winter beobachtet worden.

Es gibt aber auch andere Zeichen der Erwärmung. Die Tundra wird grüner und in ihr gedeihen zunehmend Sträucher. Zugleich leidet der Wald unter Trockenheit, Gletscher schmelzen ab und die Flüsse führen mehr Wasser in die Meere. In vielen Regionen nimmt der Dauerfrost ab - ein Trend, der seit 30 Jahren beobachtet werde. Einer der Forscher, James Overland vom Pazifischen Meeresumwelt-Observatorium, sagte, es seien viele Indikatoren für einen Klimawechsel in der Arktis zu beobachten, die auch auf Veränderungen in anderen Teilen der Welt hindeuteten. So werde das Wetter in der nördlichen Halbkugel von dem Temperaturgefälle zwischen dem Äquator, wo die meiste Sonnenwärme aufgenommen werde, und der Arktis, die für kühle Luftströmungen sorge, geprägt. «Der Temperaturunterschied zwischen Arktis und Äquator bestimmt unser gesamtes Wetter», sagte er. Wenn dieser Unterschied geringer werde, könnte das auch das Wetter verändern - man wisse nur noch nicht, wie.

(AP)

 

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