Trends – Zeitungen sehen Marktchancen im Internet – Inge Treichel
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Zeitungskongress in Berlin Zeitungen sehen Marktchancen im Internet

Inge Treichel

19.09.2011

Die Marktchancen der Zeitungen sind nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, aussichtsreich: Die mobilen Internetgeräte wie Tablet-PC seien eine "wirkliche Chance". Foto: Berthold Stadtler/dapd Photo
Die Marktchancen der Zeitungen sind nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, aussichtsreich: Die mobilen Internetgeräte wie Tablet-PC seien eine "wirkliche Chance".

Foto: Berthold Stadtler/dapd Photo

Berlin – "Die Diskussion läuft harmonischer, als man noch vor einigen Wochen gedacht hat", sagte Moderator Peter Stefan Herbst am Montag beim Zeitungskongress 2011 in Berlin. Gemünzt hat der Chefredakteur der "Saarbrücker Zeitung" diese Bemerkung auf den Streit der Zeitungsverlage mit der ARD über die "Tagesschau"-App. Inzwischen gibt es Signale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, dass man an einem Kompromiss interessiert ist.

Bei der Diskussion auf der zweitägigen Veranstaltung des Bundes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) zum Thema "Kleine Welt – große Player: Wer bestimmt die Regeln?" bekamen die Verleger Unterstützung vonseiten der Politik. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Ole Schröder (CDU), stellte sich an die Seite der Verlage und sagte, zeitungsähnliche öffentlich-rechtliche Apps würden nicht gebraucht. "Wie es nicht gehen kann, zeigt die ARD, wie es gehen kann, zeigt das ZDF", meinte er. Und der Hamburger Erste Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) plädierte für eine einvernehmliche Regelung der Sender und der Verlage.

Die Marktchancen der Zeitungen sind nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, aussichtsreich: Die mobilen Internetgeräte wie Tablet-PC seien eine "wirkliche Chance" und ein "wunderbares Wachstumsgeschäft". Die Tablet-PC seien die Zeitungen und Zeitschriften der Zukunft, sagte Döpfner. "Es liegt in unserem Interesse, dass es möglichst viele Hersteller gibt." Durch Wettbewerb würden sich automatisch die Konditionen zugunsten der deutschen Verlage ändern, sagte der Springer-Chef. "Apple wird für uns gar nichts regeln." Beim Vertrieb der Inhalte im Internet dürfe es keinen "falschen Verlagsegoismus" geben, sagte Döpfner.

Nationale Gesetze veraltet

Der Geschäftsführer der Südwestdeutschen Medienholding in Stuttgart, Richard Rebmann, forderte eine Anpassung des nationalen Rechts an die Entwicklung. Er nannte als Beispiel das Pressefusionsrecht: Demnach sei ein simpler Online-Rubriken-Markt etwas, das amtlich angemeldet werden müsse. Auch die Rundfunkgesetze seien veraltet.

Bürgermeister Scholz räumte ein, dass die Politik in der Vergangenheit der Telekom zu viele Restriktionen auferlegt habe. Telekom-Chef René Obermann hatte sich als Diskussionsteilnehmer darüber beklagt, dass dem Unternehmen "Steine in den Weg gelegt" worden seien, während Google, Apple und Co keine Regulierung erfahren hätten. Scholz sagte: "Wir vergessen oft, dass sich Geschäftsmodelle am Ende auch rechnen müssen."

Zuvor hatte sich Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) vor den mehr als 500 Teilnehmern des Kongresses für eine an Transparenz und Qualitätsbewusstsein orientierte Regulierung des Internets ausgesprochen. Der Datenschutz müsse zu einem echten Qualitätsbegriff für die Nutzer gemacht werden, sagte er und kündigte an, dass die Stiftung Datenschutz womöglich noch in diesem Jahr ins Leben gerufen werde.

(dapd)

 

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