Nachrichten Deutschland – Zentralrat der Juden appelliert an die Bundesregierung – Gerhard Kneier
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Integration Zentralrat der Juden appelliert an die Bundesregierung

Gerhard Kneier

30.12.2009

Frankfurt/Main (APD) Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die Bundesregierung aufgefordert, die drastische Kürzung der Gelder für die Integration jüdischer Zuwanderer aus dem Osten rückgängig zu machen. Im Interview der Nachrichtenagentur DAPD lobte Vizepräsident Dieter Graumann zugleich die Zusammenarbeit der Religionsgemeinschaften in Deutschland. Dies gelte gerade für das Verhältnis zu den christlichen Kirchen.

Graumann betonte, dass auch die neue Bundesregierung die bewährte Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinschaft fortsetzen werde, sei nicht zu bezweifeln. So werde es Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion helfen, dass künftig die im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse leichter anerkannt werden sollen. Darunter seien viele hoch qualifizierte Fachkräfte, die bislang in Deutschland zu oft nur Hilfsjobs übernehmen könnten. Bei den Zuwanderern aus dem Osten hätten die jüdischen Gemeinden beachtliche Integrationserfolge zu verzeichnen. Graumann sprach von einer „ganz großen Erfolgsstory“.

Wenn nun gerade in dieser ganz entscheidenden und sensiblen Phase die Bundesregierung die für die Juden in Deutschland so wichtigen Integrationsmittel drastisch und dramatisch kürze, sei das aber „bestimmt ein ganz falsches Signal zur falschen Zeit“. Für viele kleine jüdischen Gemeinden seien diese Mittel schon fast überlebenswichtig.

Der Unterschied von „Helfen Können“ und „Zuschauen Müssen“

Graumann forderte daher die Bundesregierung auf, ihren Entschluss sehr bald zu überdenken und zu korrigieren. Mit einigen hunderttausend Euro im Jahr gehe es schließlich um Größenordungen, die für den Bund überschaubar seien. Für die jüdischen Gemeinden machten sie aber bei vielen drängenden Integrationsproblemen den Unterschied aus zwischen „Helfen Können“ und „Zuschauen Müssen“.

Der Vizepräsident des Zentralrats sprach von hervorragenden und vertrauensvollen Kontakten der jüdischen Gemeinschaft zu den Repräsentanten der christlichen Kirchen. Dies gelte, „auch wenn wir Anfang des Jahres eine kurzzeitige Belastung in Zusammenhang mit den Pius-Brüdern erlebten“. Das habe aber überhaupt nicht die katholische Kirche in Deutschland betroffen. „Mit den Vertretern der verschiedenen muslimischen Verbände sind unsere Kontakte zweifellos noch steigerungsfähig“, fügte Graumann kritisch hinzu. Hier gebe es zwar erste positive Ansätze, „aber auch noch sehr viel zu tun und zwar auf allen Seiten“. (AP)

 

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