Aktuelle Nachrichten – Wirtschaft
19.01.2012
Paris/Madrid – Trotz der Herabstufung durch eine Ratingagentur müssen Frankreich und Spanien nach Versteigerungen von Staatsanleihen niedrigere Zinsen als erwartet zahlen. Frankreich lieh sich bei der ersten Auktion für langfristige Staatsanleihen seit dem Verlust seines AAA-Ratings 9,5 Milliarden Euro bei Investoren. Auf dem Sekundärmarkt wurde der Zinssatz für zehnjährige Anleihen am Donnerstag mit 3,12 Prozent ermittelt.
Im Dezember hatte sich der Zinssatz gefährlich dicht der Vierprozentmarke angenähert. Analysten sehen in dem vergleichsweise niedrigen Zinssatz im Januar ein Zeichen für zunehmendes Vertrauen der Investoren in die Stabilität der französischen Wirtschaft.
Die Herabstufung Frankreichs durch die Ratingagentur Standard & Poors (S&P) von vergangener Woche wurde durch die Investoren weitgehend ignoriert. Die Nachfrage nach den Langzeitbonds erfüllte insgesamt die Erwartungen des französischen Finanzministeriums. Den größten Anteil am Verkauf vom Donnerstag hatten Anleihen mit einer Laufzeit von vier Jahren. Bei einem Zinssatz von durchschnittlich 1,89 Prozent wurde ein Volumen von 3,43 Milliarden Euro erzielt.
Spanien nahm trotz unsicherer Finanzlage 6,6 Milliarden Euro ein und damit deutlich mehr als erwartet. Die Zinsen für Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit sanken auf 5,4 Prozent. Bei einer vergleichbaren Auktion im Dezember waren es noch 5,54 Prozent. Das Land verkaufte Anleihen im Wert von drei Milliarden Euro, wobei die Nachfrage mehr als doppelt so hoch war wie das Angebot.
Es war die zweite erfolgreiche Auktion der spanischen Regierung seit S&P die Kreditwürdigkeit des Landes herabgestuft hatte. Die Anleihen mit einer Laufzeit bis 2016 brachten 1,3 Milliarden Euro ein. Weitere 2,3 Milliarden wurden mit den Papieren erzielt, die 2019 fällig werden.
(dapd)
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