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Wirtschaftsgespräche Zoller nennt Debatte über Westerwelle „Katastrophe“

Uta Winkhaus

12.03.2010

Außenminister Guido Westerwelle, rechts, mit seinem brasilischen Kollegen Celso Amorim am 10. März 2010. Foto: AP Photo/Eraldo Peres
Außenminister Guido Westerwelle, rechts, mit seinem brasilischen Kollegen Celso Amorim am 10. März 2010.

Foto: AP Photo/Eraldo Peres

Rio de Janeiro (apn) Spitzenvertreter der deutschen Wirtschaft, die Außenminister Guido Westerwelle auf seiner Lateinamerika-Reise begleiten, haben empört auf die Debatte über die Einladungspraxis reagiert. „Für uns ist das eine Katastrophe“, sagte EADS-Vorstand Stefan Zoller der Nachrichtenagentur DAPD am Freitag in Rio de Janeiro.

Die Reise sei für die Wirtschaftsdelegation ein voller Erfolg, der aber von der Berichterstattung in Deutschland völlig überlagert werde. „Es kann doch nicht sein, dass wir eine Woche durch Südamerika fahren und hochkarätige Gespräche führen, ohne dass über die substanziellen Ergebnisse berichtet wird“, sagte Zoller, der zugleich Beauftragter des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) für die deutsch-brasilianischen Beziehungen ist.

Zoller berichtete, er habe Westerwelle vor der Reise gebeten, das gesamte „Brazil Board“ des BDI mitzunehmen. „Das hat er getan“, sagte der Manager. Daran gebe es überhaupt nichts auszusetzen. „Es ist selbstverständlich, dass der Außenminister eine Plattform schafft, auf der die deutsche Wirtschaft agieren kann.“

Bereits am Donnerstag waren Mitglieder der Wirtschaftsdelegation in Sao Paolo überraschend an die Öffentlichkeit gegangen. Dabei werteten sie das Engagement Westerwelles für die Wirtschaft als „richtiges Signal zum richtigen Zeitpunkt“ und kritisierten die Debatte in Deutschland als „nicht nachvollziehbar“. „Wir hatten das Gefühl, da muss jetzt was passieren“, sagte Zoller am Freitag.

Das „Brazil Board“, das 2009 gegründet wurde, soll in Brasilien professionelle Strukturen für die deutsche Industrie schaffen, insbesondere im Hinblick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016. Zu den Mitgliedern zählten unter anderem Spitzenvertreter von Siemens, ThyssenKrupp und EADS.

Westerwelle informierte sich über WM und Olympische Spiele

Westerwelle informierte sich am Freitag zum Abschluss seiner Reise über die Vorbereitungen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016. Bei einem Symposium der Außenhandelskammer in Rio de Janeiro betonte er das riesige Potenzial, das die beiden Großereignisse für die deutsche Wirtschaft habe.

Sein Lebensgefährte, der Sportveranstalter Michael Mronz, nahm nicht an den Terminen teil, sondern besuchte das soziale Projekt „Kinderdorf Rio“. Bei der Besichtigung des Macarana-Stadions am Nachmittag sollte Mronz laut Programm dann wieder dabei sei. Am Freitagabend wollte Westerwelle die Heimreise nach Deutschland antreten. (AP)

 

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