Aktuelle Nachrichten – Deutschland
20.10.2008
Kabul – Bei einem Selbstmordanschlag im Norden Afghanistans sind zwei deutsche Soldaten getötet worden. Wie der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammad Omar, mitteilte, wurden bei dem Anschlag am Montag im Bezirk Tschahar Dara auch fünf afghanische Kinder getötet. Das Bundesverteidigungsministeriums bestätigte zunächst lediglich, dass es in der Nähe von Kundus einen Selbstmordanschlag gegeben habe.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung brach jedoch seinen Urlaub ab und war nach AP-Informationen am Montagnachmittag auf der Rückreise nach Berlin. Die Fraktionen von FDP, Linkspartei und Grünen bekundeten angesichts der getöteten Soldaten und Kinder Trauer und Mitgefühl.
Die Internationale Schutztruppe ISAF bestätigte den Tod von zwei Soldaten und fünf afghanischen Kindern, ohne sich zur Nationalität der Soldaten zu äußern. Außerdem seien ein Soldat und eine Zivilperson verletzt worden. „Unsere Gedanken sind nun bei den Familien und Freunden der Getöteten und Verletzten“, sagte ISAF-Sprecher Richard Blanchette. Solche Taten würden die Schutztruppe aber nicht daran hindern, das Engagement für Afghanistan fortzusetzen.
Gouverneur Omar sagte, der Selbstmordattentäter sei auf einem Fahrrad unterwegs gewesen, als er neben der deutschen Fußpatrouille seinen Sprengsatz gezündet habe. Die deutschen Truppen in Afghanistan sind in jüngster Zeit wiederholt zum Ziel von Anschlägen geworden. Im August wurde dabei ein Soldat getötet, zudem gab es mehrere Verletzte. Seit Beginn des Einsatzes in Afghanistan kamen in dem Land bereits 28 deutsche Soldaten ums Leben, zwölf von ihnen wurden bei Angriffen und Anschlägen getötet. Verantwortlich für die Anschläge sind zumeist Kämpfer der radikalislamischen Taliban.
In der Hauptstadt Kabul wurde unterdessen eine 34-jährige britische Mitarbeiterin einer christlichen Hilfsorganisation auf offener Straße erschossen. Die Frau, die auch die südafrikanische Staatsbürgerschaft besaß, war nach Polizeiangaben am Montagmorgen im Westen der Stadt alleine zu Fuß auf dem Weg zur Arbeit. Ein Taliban-Sprecher bekannte sich zu dem Attentat. Die Britin sei getötet worden, weil sie versucht habe, das Christentum zu propagieren, sagte Sabiullah Mudschahid der Nachrichtenagentur AP.
Gayle W. arbeitete in Kabul nach Polizeiangaben mit behinderten Kindern. Ihre Organisation SERVE (Serving Emergency Relief and Vocational Enterprises) beschreibt sich selbst als christliche Hilfsorganisation, die seit 1980 in Pakistan mit afghanischen Flüchtlingen arbeite. Eine Sprecherin der Organisation wies den Vorwurf der Missionstätigkeit entschieden zurück.
Bei Kämpfen im Süden des Landes wurden nach Angaben der Behörden 34 Aufständische getötet. Zu dem Gefecht der afghanischen und ausländischen Soldaten sei es am Sonntagabend in der Provinz Helmand gekommen, sagte ein Sprecher. (AP)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Karsai besucht Angehörige und Überlebende des Anschlags in Kabul
(07.12.2011)
Zahl der Toten steigt nach Anschlag in Kabul auf 48
(06.12.2011)
13 NATO-Soldaten bei Selbstmordanschlag in Kabul getötet
(29.10.2011)
Selbstmordattentäter verletzt fast 80 US-Soldaten
(11.09.2011)
22 Tote bei Selbstmordattentat in Afghanistan
(14.08.2011)
21 Menschen bei Bombenexplosionen in Afghanistan getötet
(29.07.2011)
Steinmeier verurteilt Anschlag in Kabul
(17.01.2009)