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Kein Hochwasserschutz Zwei Drittel der Flussauen vernichtet

DAPD

05.10.2009

Größere Eingriffe in die Auenlandschaft können Hochwasserprobleme verursachen, begradigte Flüsse weisen weniger Überschwemmungsgebiete auf, als natürliche Flussläufe. Wenn dann größere Hochwasser auftreten, kann sich das Wasser seinen Weg in die Städte bahnen. (Wikipedia/gemeinfrei)
Größere Eingriffe in die Auenlandschaft können Hochwasserprobleme verursachen, begradigte Flüsse weisen weniger Überschwemmungsgebiete auf, als natürliche Flussläufe. Wenn dann größere Hochwasser auftreten, kann sich das Wasser seinen Weg in die Städte bahnen. (Wikipedia/gemeinfrei)

Bonn – Zwei Drittel der Flussauen in Deutschland sind durch intensive Nutzung vernichtet und schützen nicht mehr vor Hochwasser. Das geht aus dem ersten Auenzustandsbericht hervor, den das Bundesamt für Naturschutz am Montag in Bonn vorlegte. Präsidentin Beate Jessel forderte sieben Jahre nach dem verheerenden Hochwasser der Elbe den naturnahen Ausbau der Überschwemmungsflächen. „Nach wie vor nutzen wir das Potenzial unserer Flussauen als Rückhaltegebiete bei Hochwasser nur unzureichend“, sagte sie.

An Rhein, Elbe, Donau und Oder seien durch den Bau von Hochwasserschutzdeichen an vielen Abschnitten sogar nur noch zehn bis 20 Prozent der ehemaligen Auen vorhanden, berichtete die Präsidentin. Von den noch vorhandenen Überschwemmungsflächen befinden sich nur zehn Prozent in einem naturnahen Zustand. 90 Prozent der Auen sind aufgrund der intensiven Nutzung, der ausbleibenden Überflutungen und des Gewässerausbaus deutlich bis sehr stark verändert.

„Es besteht dringender Handlungsbedarf, den Flüssen wieder mehr Raum zu geben und die Flussauen naturnah zu entwickeln“, sagte Jessel. „Denn Auenschutz dient nicht nur dem Naturschutz. Er ist zugleich praktizierter Hochwasserschutz und unterstützt angesichts vielfach steigender Hochwassergefahren die notwendige Anpassung an den Klimawandel.“

Naturnahe Auen sorgen im Naturkreislauf auch für sauberes Trinkwasser. Sie sind wichtige Erholungsräume für den Menschen und Lebensraum für eine Vielzahl seltener Pflanzen und Tiere. Lediglich rund 5.700 Hektar naturnahe Hartholzauwälder sind laut Bericht bundesweit noch erhalten geblieben. Das sind weniger als ein Prozent des ursprünglichen Bestands. Ein Hektar ist etwa so groß wie ein Fußballfeld.

http://www.bfn.de/ (AP)

 

 

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