Friedrichshafen – Reise zum Merkur: Im Jahr 2013 sollen zwei Satelliten zu dem sonnennächsten Planeten aufbrechen, wie die EADS-Tochterfirma Astrium am Freitag in Friedrichshafen am Bodensee mitteilte. Astrium werde im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) die Merkur-Sonde BepiColombo bauen. Der industrielle Auftragswert liege bei 351 Millionen Euro. BepiColombo gelte als bisher anspruchsvollste Wissenschaftsmission der europäischen Raumfahrt.
BepiColombo besteht den Angaben zufolge aus drei Modulen: je einem europäischen und japanischen Satelliten sowie einem Antriebsmodul, das die beiden Sonden zum Merkur transportiere. Die gesamte Einheit werde etwa fünf Meter hoch sein und rund drei Tonnen wiegen. Rund die Hälfte davon sei Treibstoff.
Die europäische Sonde, der „Mercury Planetary Orbiter“ (MPO), werde mit elf wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet sein. Sie soll mindestens ein Jahr lang die Planetenoberfläche fotografieren, Höhenprofile des Planeten erstellen und die Zusammensetzung des Merkurs und seiner Atmosphäre erforschen. Der japanische „Mercury Magnetospheric Orbiter“ (MMO) erkunde mit seinen fünf Instrumenten das Magnetfeld des Planeten.
Der Bau der Sonde stelle die Wissenschaftler vor erhebliche Herausforderungen, hieß es weiter. In der Umgebung des Merkurs sei die Sonnenstrahlung bis zu zehn Mal stärker als auf der Erde, an der Planetenoberfläche herrschten Temperaturen von bis zu 470 Grad Celsius. Mit einer speziellen Isolierfolie aus einer Kombination von Glasfasern, Titanfolien und Keramikfasern sollen die hochempfindlichen Messgeräte vor Überhitzung geschützt werden. BepiColombo soll im Jahr 2019 sein Ziel erreichen. (AP)
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