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Skandalöse Vertuschung Zwei weitere Kinder in Hongkong erkrankt

DAPD

23.09.2008

Milchkontrolle in Wuhan, Provinz Hubei. (AP Photo)
Milchkontrolle in Wuhan, Provinz Hubei. (AP Photo)

Peking – Der Skandal um kontaminierte Milchprodukte in China hat offenbar schon Ende vergangenen Jahres begonnen. Das staatliche Fernsehen berichtete, beim größten Milchpulverhersteller der Volksrepublik, Sanlu, seien bereits im Dezember 2007 Beschwerden über dessen Babymilch eingegangen. In Hongkong erkrankten nach Angaben der Regierung zwei weitere Kinder an Nierensteinen.

Der Sender CCTV berichtete am Montagabend, staatliche Ermittlungen hätten ergeben, dass es schon im vergangenen Dezember erste Klagen über Sanlu-Produkte gegeben habe. Das Unternehmen stellte demnach im Juni die Chemikalie Melamin in seinem Milchpulver fest, informierte die Behörden darüber aber erst Anfang August. Sanlu äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen der monatelangen Vertuschung.

Der chinesische Landwirtschaftsminister Sun Zhengcai erklärte, das Melamin sei vermutlich an Milchsammelstationen beigemischt worden. Das System, Milch bei einzelnen Bauern einzusammeln, sei „außer Kontrolle“ geraten und habe Missbrauch möglich gemacht, sagte Sun bei einem Treffen mit Vertretern der Ministerien für Gesundheit und öffentliche Sicherheit am Montagabend.

Diese Auskünfte zeigen nach Meinung chinesischer Beobachter erneut die Bemühungen der kommunistischen Regierungsstellen, die Verantwortung auf kleinere Betriebe und einen einzigen Hersteller abzuwälzen, um selbst der Verantwortung zu entgehen.

Bei den zuletzt in Hongkong erkrankten Kindern handelt es sich nach offiziellen Angaben um zwei Jungen im Alter von zwei und neun Jahren. Bei Tests sei Melamin auch in vor Ort verkauftem Kuchen festgestellt worden, erklärte die Regierung am Dienstag weiter. Wegen der verseuchten Milchprodukte sind in China fast 53.000 Kinder erkrankt, vier sind gestorben. (ap/rls)

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