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Zweiter Terrorverdächtiger im Libanon festgenommen

DAPD

24.08.2006

Jihad Hamad, der zweite mutmaßliche Bombenleger, stellte sich selbst den Behörden in Tripoli, Libanon.  (AP Photo/German Federal Crime Office)
Jihad Hamad, der zweite mutmaßliche Bombenleger, stellte sich selbst den Behörden in Tripoli, Libanon. (AP Photo/German Federal Crime Office)

Karlsruhe - Auch der zweite mutmaßliche Bahnbomber ist gefasst: Wie die Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte, stellte sich der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Dschihad Hamad in der nordlibanesischen Hafenstadt Tripoli der Polizei. Die Bundesanwaltschaft bemüht sich um seine Auslieferung. Unterdessen haben Fahnder in der Kölner Wohnung Hamads beweiskräftige Spuren für die Beteiligung des Mannes an den geplanten Anschlägen gefunden.

Die Bundesanwaltschaft beschuldigt den 20-jährigen Libanesen, zusammen mit dem bereits am 19. August festgenommen Mitbeschuldigten Youssef Mohamad E. H. und weiteren bislang noch unbekannten Mitgliedern einer terroristischen Vereinigung Bomben in Zügen deponiert zu haben. Hamad sei dringend verdächtigt, seine Bombe im Regionalzug RE 10121 platziert zu haben, der den Hauptbahnhof Köln am 31. Juli um 12.51 Uhr in Richtung Hamm verlassen hatte.

Unterdessen häufen sich in Deutschland die Indizien auf eine Mittäterschaft Hamads. Wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtete, wurden in der Wohnung des 20-Jährigen im Kölner Stadtteil Ehrenfeld Drähte, unfertige Zündvorrichtungen und Brandbeschleuniger entdeckt, wie sie zum Bau der beiden aufgefundenen Kofferbomben verwendet wurden. Nach Angaben des Blattes gehen die Ermittler davon aus, dass die beiden verdächtigen Libanesen die Sprengsätze in der Kölner Wohnung zusammengesetzt haben. Später hätten sie die beiden in Koffern verpackten Bomben in den Regionalzügen abgelegt, wo sie am 31. Juli in Dortmund und Koblenz gefunden worden waren. Eine offizielle Bestätigung des Zeitungsbericht blieb zunächst aus.

Haftbefehl wegen versuchten Mordes

Der gegen Hamad am Mittwoch ergangene internationale Haftbefehl bezichtigt den 20-Jährigen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, des versuchten Mordes in einer Vielzahl von Fällen sowie der versuchten Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion. Zugleich war ein Fahndungsfoto verbreitet worden.

Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, hatte es am Mittwoch als gefährlich bezeichnet, dass Hamad noch auf der Flucht sei. Unabhängig davon wisse man aber jetzt mit Gewissheit, dass der 20-Jährige zusammen mit dem bereits am Samstag vergangener Woche festgenommenen 21-Jährigen «gemeinsam diese Tat geplant» habe. Jetzt müsse analysiert werden, ob es ein Täter-Netzwerk gebe oder ob es sich um radikalisierte Einzeltäter handele.

Medienberichte, die beiden Libanesen hätten Kontakt zur verbotenen islamistischen «Hisb ut Tahrir al Islami», der «Partei der islamischen Befreiung», gehabt und seien mit radikalen Ansichten aufgefallen, wurden vorerst nicht bestätigt. Dagegen räumte die Bundesanwaltschaft am Mittwoch die vorübergehende Festnahme zweier weiterer Personen ein, bei denen es sich um Kontaktpersonen Hamads gehandelt habe.

(AP)

 

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