Chinesische Fake-News-Kampagne über Virus-Ursprung publik gemacht

Von 27. Oktober 2021 Aktualisiert: 27. Oktober 2021 7:20

Seit dem Bekanntwerden des Pandemie-Beginns in Wuhan Anfang 2020 versucht Peking seine Verantwortung für die Ausbreitung des Virus auf andere Länder abzuwälzen.

Bislang versuchte die Kommunistische Partei Chinas Länder wie die USA, Italien, Spanien, Indien und Bangladesch verantwortlich zu machen.

Mitte September stellte eine Studie der Universität Oxford fest, dass zahlreiche gefälschte Social-Media-Konten versuchten, das Narrativ zu streuen, dass Hummer-Ausfuhren aus den USA für den Ursprung des Pandemie-Beginns in China verantwortlich waren.

Marcel Schliebs ist Forscher an der Universität Oxford, der sich mit Fake-News-Kampagnen befasst. In den letzten 18 Monaten verfolgte er Nachrichten von pro-Peking Social-Media-Konten auf Twitter. Dabei fand er eine überraschende Theorie zum Ursprung des Virus.

Auf Twitter schrieb er, dass er: „Ein koordiniertes Netzwerk von mindestens 500 unechten Konten gefunden hat, die die Behauptung verbreiten, COVID-19 sei durch amerikanische Meeresfrüchte nach Wuhan importiert worden“.

Schliebs war auf die Desinformationskampagne aufmerksam geworden, als er einen Tweet von Zha Liyou – dem chinesischen Generalkonsul in Indien – entdeckte. Der Konsul hatte getwittert, dass eine Meeresfrüchte-Lieferung aus dem US-Bundesstaat Maine „Hauptverdächtiger für den COVID-19-Ausbruch“ sei.

Bei näherer Untersuchung fand Schliebs Hunderte Tweets, die dieselbe Theorie in mehr als 20 Sprachen propagierten. Der Inhalt der Beiträge entsprach weitgehend dem des Tweets des Konsuls.

Er fand weiter heraus, dass die früheste Erwähnung der US-Theorie von einem staatlichen Medienunternehmen in China stammt. Der Zeitpunkt der Tweets erhärtete den Verdacht. Die meisten Posts wurden zwischen 8 Uhr und 11 Uhr Pekinger Zeit gepostet – während des restlichen Tages wurden praktisch keine Tweets verfasst.

Weiter stellte Schliebs fest, dass viele Konten erst kürzlich eingerichtet worden waren. Praktisch alle ihre Beiträge drehten sich um die genannte „COVID-Meeresfrüchte-Kühlketten-Theorie“.

Noch eine weitere Auffälligkeit: In vielen Fällen stimmte das auf den Konten angegebene Geschlecht des Account-Inhabers nicht mit den Profilbildern überein.

Schliebs ist nicht der Einzige, der diese Anschuldigungen in den sozialen Medien öffentlich gemacht hat.

Auch die Direktorin des Annenberg Public Policy Center an der Universität von Pennsylvania, Kathleen Hall Jamieson, bestätigte die Vorwürfe. Dass Pro-Peking-Konten falsche Narrative verbreiten, sei nichts Neues, so Jamieson.

Zu Beginn der Pandemie verbreiteten chinesische Kanäle die Theorie, dass das Corona-Virus am US-Stützpunkt Fort Detrick seinen Ursprung hatte. Und dass es über das US-Militär nach China verbreitet wurde. Beweise für diese Behauptung wurden nicht vorgelegt.

Schliebs stellte bei seinen Oxford-Studien fest, dass schon seit Beginn des ersten Ausbruchs die Frage nach dem Ursprung des Virus zu einem zentralen Thema des chinesischen Propagandaapparats geworden ist.



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