Sorben im Protestmarsch

Epoch Times30. Mai 2008 Aktualisiert: 30. Mai 2008 10:43

Gestern haben in Berlin Vertreter sorbischer Verbände und Institutionen für höhere Zuschüsse demonstriert. Das Finanzierungskonzept der drei Geldgeber Bund, Brandenburg und Sachsen war 2007 ausgelaufen und im März mit 15,6 Millionen Euro an Zuschüssen für die Sorbische Stiftung festgelegt worden. Redner der slawischen Minderheit forderten auf einer Kundgebung erneut ein langfristiges Finanzabkommen zwischen den Geldgebern. Jährlich seien mindestens 16,4 Millionen Euro erforderlich, zuzüglich einem Inflationsausgleich.

Überraschend hatte noch einen Tag vor der Demonstration der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die gesperrten Fördergelder in Höhe von 2,6 Millionen Euro freigegeben. Auch Brandenburg kündigte an seine gesperrten Zuschüsse von 600.000 Euro freizugeben. Ebenso wolle Sachsen als dritter Förderer in der Unterstützung für die Sorben nachziehen.

Ursprünglich wollte der Haushaltsausschuss erst am 4. Juni in der Angelegenheit beraten und die Demonstration war somit im Vorfeld der Sitzung geplant. Die Sorben führten die Protestaktion dennoch durch. Erstmals in der Geschichte gingen Vertreter der slawischen Minderheit auf die Straßen, um öffentlichkeitswirksam für die Erhaltung und Förderung ihrer Kultur, Sprache und Institutionen zu demonstrieren.

In der Nieder- und Oberlausitz leben 60.000 Sorben, davon 40.000 in Sachsen und 20.000 in Brandenburg. (cg)

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