Seit zwei Wochen ist die 16-jährige Isabella aus Celle spurlos verschwunden.Foto: Polizei Celle

16-Jährige aus Celle vermisst: Polizeiermittler bitten um Hilfe

Epoch Times6. April 2021 Aktualisiert: 6. April 2021 11:56
Am helllichten Tag verlässt eine 16-Jährige in Celle das Haus – wohl nur für kurz, denn sie nimmt nichts mit. Die Polizei vermutet mittlerweile das Schlimmste und bittet die Bevölkerung um Hilfe.

Seit zwei Wochen ist die 16-jährige Isabella aus Celle spurlos verschwunden – Ermittler vermuten, dass sie einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Die Polizei bat deshalb am Ostermontag noch einmal die Bevölkerung dringend um Mithilfe.

Darauf seien erste Hinweise eingegangen, eine heiße Spur gebe es aber noch nicht, sagte eine Polizeisprecherin. Das Mädchen mit Spitznamen Isi hatte den Angaben nach am Vormittag des 22. März unbemerkt ihr Elternhaus verlassen.

„Seither gibt es kein Lebenszeichen von ihr“, sagte Chefermittler Daniel Dahlke in einem auf Facebook verbreiteten Video. Es sei mit Hochdruck nach der Gymnasiastin gesucht worden, „leider ohne Erfolg“.

Jugendliche nahm weder Schlüssel noch Geldbörse oder Handy mit

Die Jugendliche habe weder Schlüssel noch Geldbörse oder Handy mitgenommen. Deshalb gehe die Polizei davon aus, dass sie nur kurz jemanden in der Nähe des Hauses treffen wollte.

Die Ermittlungen lieferten keinen Grund zur Annahme, dass Isabella weglaufen, sich von der Familie absetzen oder sich etwas antun wollte. In der ersten Mitteilung zu dem Vermisstenfall hatte es noch geheißen, das Mädchen habe sein Elternhaus „in einem auffälligen Gemütszustand“ verlassen.

Am Vormittag ihres Verschwindens war Isabella in ihrem Zimmer im Homeschooling. Auch ihr jüngerer Bruder war nach Polizeiangaben im Haus, die Eltern waren bei der Arbeit. Vermutlich zwischen 11.15 und 12.30 Uhr habe die Jugendliche das Haus verlassen.

Bruder hat erst gegen Mittag ihr Fehlen bemerkt

Der Bruder habe erst gegen Mittag bemerkt, dass sie nicht mehr da sei. Es sei völlig untypisch für Isabella wegzugehen, ohne Bescheid zu sagen. Die Eltern schalteten noch am selben Tag die Polizei ein.

Vermutlich habe Isabella aufgrund eines vorherigen Kontaktes oder einer Verabredung freiwillig das Haus verlassen. Nach Einschätzung der Polizei hatte sie dennoch nicht vor, länger wegzubleiben. Ein mögliches Treffen habe mutmaßlich im näheren Umfeld des Wohnhauses stattgefunden.

Das Wohnhaus liegt in einem Viertel mit Einfamilienhäusern und Hochhäusern. Es grenzt an ein Gewerbegebiet mit Bauhöfen und dem Güterbahnhof von Celle.

Mögliche Zeugen wurden gebeten, Beobachtungen zu melden. Auch suchte die eingesetzte Sonderkommission nach Kontakten der Jugendlichen in Chatgruppen und sozialen Netzwerken. Hinter der Polizei liegen bereits 14 Tage Ermittlungsarbeit.

In den ersten Tagen sei die Gegend abgesucht worden, sagte eine Sprecherin. Ein Personenspürhund führte die Ermittler zu einem Einkaufszentrum. Dabei handele es sich aber vermutlich um eine ältere Spur.

Die Polizei fragt daher:

  • Wer hat sich am 22.03.2021 vormittags/mittags im Bereich der
    Straße „Am Holzhof / Ungerstraße“ und Umgebung aufgehalten?
  • Wer hat in diesem Zeitraum (vormittags / mittags) den Bauhof (Am
    Holzhof 48) aufgesucht?
  • Wer hat dort in diesem Bereich (vormittags / mittags)
    Beobachtungen gemacht? Relevant sind hierbei auch vermeintlich
    unwichtige „Alltagsbeobachtungen“ zu Personen, Fahrzeugen…
  • Wer hat Isabella auch in den Wochen vor ihrem Verschwinden
    draußen gesehen?
  • Wer hatte über das Internet Kontakt zu Isabella (z. B. soziale
    Netzwerke, Foren Chats)?
  • Wer kann Angaben dazu machen, welche Internetdienste Isabella
    genutzt hat?
  • Wer hatte Kontakt zu Isabella über Telefon oder
    Messengerdienste?
  • Wer hatte in der Vergangenheit oder aktuell Kontakt zu Isabella
    und wurde bislang noch nicht von der Polizei kontaktiert?
  • Wer kann Hinweise zu solchen Kontakten geben? Das Hinweistelefon der Polizei ist Tag und Nacht erreichbar, 05141/277-111.

Hinweise werden auch per Email entgegengenommen unter [email protected]

1.300 Personen in Niedersachsens Vermisstendatei verzeichnet

Die meisten vermissten Kinder und Jugendlichen tauchen nach Erfahrung der Polizei nach wenigen Stunden oder Tagen wieder auf. Doch es gibt auch Ausnahmen, und Schicksale bleiben dauerhaft ungeklärt.

In der fortlaufenden Vermisstendatei des Landeskriminalamtes Niedersachsen waren zum Jahresende knapp 1.300 Personen verzeichnet. Dazu zählten 202 männliche und 160 weibliche Jugendliche. Seit 2001 wird in Niedersachsen die damals 15 Jahre alte Katrin Konert aus dem Kreis Lüchow-Dannenberg vermisst. (dpa/er)


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