Bankräuber akzeptiert Urteil: Landgericht Hechingen schickt Serientäter bis 87 ins Gefängnis

Epoch Times24. Oktober 2019 Aktualisiert: 24. Oktober 2019 18:46
In Hechingen, Baden-Württemberg, wurde ein Serienbankräuber zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Der Bankräuber hatte bei all seinen Taten stets mit der Explosion einer Bombe gedroht. Gesprengt hatte er nie, da er nur eine Attrappe verwendete, um seine Forderungen beim Bankraub zu unterstützen.

Bankraub x 5

Fünf Überfälle wurden ihm zur Last gelegt: von 2009 bis 2012 in Rastatt, Villingen und Freiburg, im April 2019 in Waldkirch und zuletzt am 2. Mai in Balingen:

Der Räuber konnte beim Verlassen der Bank von Einsatzkräften der Polizei überwältigt und vorläufig festgenommen werden. Die Sparkasse und umliegende Gebäude wurden wegen des stehen gebliebenen Koffers evakuiert, der Tatort weiträumig abgesperrt.“

(Staatsanwaltschaft Hechingen, 2. Mai 2019)

In lediglich drei Fällen erbeutete der Bankräuber tatsächlich Geld.

Das Urteil des Gerichts im baden-württembergischen Hechingen lautete auf schwere räuberische Erpressung und der Richter folgte der Forderung der Staatsanwaltschaft und verurteilte den 80-jährigen Angeklagten am Donnerstag zu sieben Jahren Haft.

Das Gericht bewertete bei der Strafzumessung das Alter des Beschuldigten mildernd – wäre er jünger gewesen, hätte er womöglich noch länger in Haft gemusst.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mitteilte, verzichteten alle Prozessbeteiligten darauf, Rechtsmittel einzulegen. Somit wurde das Urteil rechtskräftig.

Kurios: Stundenlang das „letzte Wort“ haben

Nicht immer läuft es in deutschen Gerichten so glatt ab, wie ein Fall um einen ebenfalls alten Bankräuber vom September am Landgericht Hamburg zeigte. Das deutsche Gesetz sieht es vor, dass der Angeklagte das letzte Wort hat. Wird ihm dies nicht gewährt oder es unzulässig verkürzt, kann das ein Revisionsgrund sein.

Der 71-Jährige verlor sich in seinen Ausführungen zu seinem Fluchtweg in Details über die Architektur von Häusern sowie den Belag der Straße. Stunde um Stunde las er bei dieser Gelegenheit auch unzählige Zeitungsartikel über sich und kritisierte die Medien, die schlecht über ihn berichteten. Am Ende musste das Gericht dem „letzten Wort“ des alten Bankräubers fünf Stunden lang zuhören. Schließlich ging es um eine von der Staatsanwaltschaft geforderten Haftstrafe von mehr als zwölf Jahren. Es wurden weitere Verhandlungstage anberaumt. Der Fall läuft noch … (afp/sm)

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