Fußball-Kreisliga in Münster: Spieler (28) schlägt Schiri bewusstlos – Rettungshubschrauber im Einsatz

Epoch Times29. Oktober 2019 Aktualisiert: 29. Oktober 2019 15:48
Gewalt im Fußball: Als der Schiedsrichter die gelb-rote Karte zog, rastete der Spieler aus und schlug zu.

Sonntagnachmittag, 27. Oktober 2019 in Münster: Die Fußball-Spieler des FSV Münster waren im Heimspiel gegen den TV Semd in der Kreisliga C Dieburg (Hessen) angetreten. Gegen 16.30 Uhr ereignete sich folgender Vorfall:

In der 85. Minute, es stand gerade 0:2 für die Gäste, foulte ein FSV-Spieler im Mittelfeld. Dafür zückte Schiedsrichter Nils C. (22) die gelbrote Karte. Der betroffene Spieler, laut „Bild“ handelte es sich um den Spieler mit der Nummer 12, Hayri Güven, war damit nicht einverstanden. Der 28-Jährige holte mit der Faust aus und schlug dem Referee mit voller Wucht ins Gesicht.

Der Schiedsrichter war zunächst bewusstlos und wurde, nachdem er wieder bei Bewusstsein war, mit einem Rettungshubschrauber zur Untersuchung und weiteren Behandlung in eine Klinik geflogen.“

(Rene Bowitz, Polizeisprecher)

Die Partie wurde direkt nach der Attacke in der 85. Minute abgebrochen. Der Mann soll eine Gehirnerschütterung davongetragen haben.

Innenminister fordert lebenslange Sperre

Der Innenminister des Bundeslandes Hessen sagte angesichts der Attacke im Amateurfußball in Wiesbaden:

Es ist erschreckend, wenn unsere Schiedsrichter, die das im Ehrenamt machen, Opfer von Prügelattacken werden. Wer auf dem Fußballplatz die Fäuste fliegen lässt und den Schiri bewusstlos schlägt, sollte nie wieder auf den Platz zurückkehren dürfen.“

(Peter Beuth, Innenminister von Hessen, CDU)

Beuth, der auch Sportminister in Hessen ist, forderte laut „Offenbach Post“ auch, dass der Täter neben einer „konsequenten rechtsstaatlichen Bestrafung“ für den hessischen Fußball „lebenslang gesperrt wird.“ Er erinnerte auch daran:

Unser Amateur-Fußball lebt davon, dass sich ehrenamtliche Schiedsrichter jedes Wochenende für den Sport engagieren. Dafür verdienen die Schiris Anerkennung und Respekt.“

(Peter Beuth, CDU, Sportminister, Hessen)

Wie der Vater des Referees im Gespräch gegenüber dem Radiosender FFH sagte, gehe es seinem Sohn „den Umständen entsprechend gut“. Er habe jedoch noch sehr starke Schmerzen. Weitere Untersuchungen würden zudem noch ausstehen, was den Kiefer betreffe, so der Vater.

Das andere, was seelisch in ihm vorgeht, ist noch eine andere Geschichte.“

(Vater des Opfers)

Inzwischen hat auch der FSV Münster Konsequenzen gezogen und die komplette Fußballmannschaft abgemeldet.

Wir haben beschlossen, dass die Erste Mannschaft mit sofortiger Wirkung abgemeldet wird. (…) Die Spieler werden sich hier noch einmal treffen, nehmen ihre persönlichen Sachen mit – und das war’s dann.“

(Hans-Peter Samoschkoff, Vorsitzender FSV Münster)

Der Schläger erhält zudem ein lebenslanges Hausverbot. Ob der 28-Jährige den Hubschraubereinsatz bezahlen muss, steht noch offen. Nach Angaben der Polizeisprecherin Kathy Rosenberger vom PP Südhessen wurde ein Strafverfahren eröffnet: „Es wurde eine Anzeige wegen Körperverletzung erstattet.“

Nach Angaben des DFB kam es in der Saison 2018/2019 im deutschen Amateurfußball vermehrt zu Gewalt gegenüber Schiedsrichtern. Gegenüber der Vorjahressaison stiegen die Zahlen der Angriffe von 2.866 auf 2.906 an.

Der Kreisschiedsrichter-Obmann von Hessen, Thorsten Schenk, sagte dem „HR“ nach dem Vorfall in Münster, dass in Hessen die Angriffe nicht gestiegen seien, jedoch an Brutalität zugelegt haben.

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