Hamburg: Polizeibeamter stirbt nach einer Woche im Koma an Folgen der Amokfahrt von Lurup

Von 4. März 2020 Aktualisiert: 4. März 2020 19:08
Auf eine bevorstehende Festnahme infolge dreier offener Haftbefehle reagierte ein 29-Jähriger aus Schleswig-Holstein im Hamburger Stadtteil Lurup mit einer Amokfahrt. Der 57-jährige Polizeibeamte, dessen Wagen er frontal gerammt hatte, starb heute in Eppendorf.

Am Dienstag der Vorwoche (25.3.) wurde ein Polizeibeamter des LKA 23 schwer verletzt, als ein Tatverdächtiger, der auf Grund von drei Haftbefehlen gesucht wurde, auf seine drohende Festnahme im Hamburger Stadtteil Lurup mit einer Amokfahrt reagierte.

Trauerflor an Polizeiautos in Hamburg

Am heutigen Mittwochvormittag (4.3.) teilte die Polizei Hamburg auf Twitter mit, dass der Kollege in der vergangenen Nacht im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) verstorben ist:

„Letzte Woche wurde ein Ermittler des LKA 23 (Personen- und Zielfahndung) bei einem Einsatz schwer verletzt. Vergangene Nacht erlag unser Kollege seinen Verletzungen. Wir sind erschüttert und traurig. Seiner Familie und Freunden sprechen wir unser tiefes Beileid und Mitgefühl aus.“

Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, lag der 57-jährige Beamte seit dem Vorfall im Koma. Die Polizeiautos in Hamburg tragen in Anbetracht des Todesfalls Trauerflor.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft teilte mit, dass gegen den Tatverdächtigen, den 29-jährigen Mahmut H. aus dem schleswig-holsteinischen Lägersdorf, Haftbefehl wegen Körperverletzung mit Todesfolge beantragt worden sei. Zudem werde er sich wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verantworten müssen.

Polizeibeamte konnten Amokfahrt nicht mehr verhindern

Gegen den 29-Jährigen waren bereits drei Haftbefehle offen, als Zielfahnder ihn am Dienstag der Vorwoche entdeckt und die Verfolgung aufgenommen hatten. Er war unter anderem in Itzehoe wegen diverser Körperverletzungsdelikte, Urkundenfälschung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt worden, erklärte der dortige Staatsanwalt gegenüber „Bild“. Zudem wurde gegen ihn wegen schweren Raubes und gemeinschaftlicher Unterschlagung ermittelt.

Als die Fahnder ihn gestellt zu haben schienen und sich auf die Festnahme vorbereiteten, gab der Tatverdächtige ohne Vorwarnung noch einmal Vollgas und rammte den Wagen, in dem der 57-jährige Polizeibeamte saß. Ein Kollege aus Itzehoe war noch in den Wagen des mit Haftbefehl Gesuchten gesprungen und hatte versucht, den Schlüssel zu ziehen.

Am heutigen Mittwochmorgen um 4.30 Uhr erlag der 57-Jährige seinen Verletzungen.

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