Maddies Eltern reagieren „dankbar“ auf Ermittlungen gegen deutschen Verdächtigen

Epoch Times4. Juni 2020 Aktualisiert: 4. Juni 2020 17:46
Die Einleitung von Mordermittlungen gegen einen Deutschen im Fall der vor 13 Jahren verschwundenen Madeleine "Maddie" McCann macht den Eltern des britischen Mädchens Hoffnung. Sie seien "dankbar" für die neuen Ermittlungen, erklärte ihr Sprecher am Donnerstag im BBC-Fernsehen.

In Deutschland ermittelt die Justiz gegen einen 43-jährigen Mann, der wegen Sexualverbrechen vorbestraft ist.

„Sie haben die Hoffnung, Madeleine lebendig zu finden, trotz des langen Zeitraums nicht aufgegeben“, ergänzte der Sprecher. Aber sie seien „realistisch“. Sie wollten endlich die Wahrheit über das Schicksal ihrer Tochter erfahren. Sie bräuchten Gewissheit, um den Verantwortlichen vor Gericht zu bringen und „Frieden zu finden“.

Die deutschen Ermittler stellten klar, dass sie davon ausgehen, dass Madeleine tot ist. Die Ermittlungen würden wegen Mordes geführt, betonte der Sprecher der für den Fall zuständigen Staatsanwaltschaft im niedersächsischen Braunschweig, Hans Christian Wolters, am Donnerstag vor Journalisten. „Daraus können sie entnehmen, dass wir davon ausgehen, dass das Mädchen tot ist.“

Die dreijährige Madeleine war am 3. Mai 2007 aus ihrem Zimmer in einer Ferienanlage im südportugiesischen Badeort Praia da Luz an der Algarve verschwunden, wo sie mit ihrer Familie Urlaub machte. Sie wurde trotz jahrelanger Ermittlungen durch portugiesische und britische Polizisten und Nachforschungen der Eltern nie gefunden.

Wie das Bundeskriminalamt (BKA) sowie die Staatsanwaltschaft in Braunschweig am Mittwochabend mitteilten, laufen inzwischen aber Mordermittlungen gegen einen 43-jährigen Deutschen, bei dem es sich um einen mehrfach vorbestraften Sexualstraftäter handelt, der zeitweise regelmäßig an der Algarve gelebt haben soll. Er verbüßt derzeit eine längere Haftstrafe in einer anderen Sache.

Ein erster Hinweis auf diesen Verdächtigen sei bereits 2013 nach einem Auftritt von Maddies Eltern in ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ eingegangen, sagte der leitende Kriminaldirektor des BKA, Christian Hoppe, am Mittwochabend in einer neuen Ausgabe der Sendung, in der über die neueste Entwicklung berichtet wurde.

In der damaligen Ausgabe hatten Maddies Eltern und ein leitender britischer Ermittler von anscheinend deutsch sprechenden Männern berichtet, die im Tatzeitraum mehrfach in der Nähe der Anlage gesehen wurden, aus der Maddie verschwand. Laut Hoppe ging zudem 2017 ein weiterer Hinweis ein, der den Verdächtigen mit dem Fall in Verbindung brachte. Damals hätten die Informationen aber nicht ausgereicht, um Ermittlungen einzuleiten oder diesen festzunehmen.

Laut BKA und Staatsanwaltschaft lebte der Mann zwischen 1995 und 2007 regelmäßig im Süden Portugals, unter anderem in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz. Dort soll er Gelegenheitsjobs gehabt haben, etwa in der Gastronomie. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass er seinen Lebensunterhalt auch durch Einbrüche in Hotelanlagen und Ferienwohnungen sowie mit Drogenhandel bestritt.

Die britische Polizei hatte bei ihren Ermittlungen bereits 2014 einen Sexualstraftäter als Verdächtigen ins Spiel gebracht, der zwischen 2004 und 2010 in Feriendomizile an der Algarve einbrach und dabei mehrere Mädchen sexuell missbrauchte. Der unbekannte Mann habe Englisch mit ausländischem Akzent gesprochen, hieß es.

Laut deutschen Medienberichten wurde der Tatverdächtige 2019 vor dem Landgericht Braunschweig wegen der Vergewaltigung einer 72-jährigen US-Bürgerin in Praia da Luz 2005 zu sieben Jahren Haft verurteilt. Dort lebte er vor seinem Auslandsaufenthalt zuletzt, weshalb die Justiz in Braunschweig dafür zuständig ist.

Der „Spiegel“ berichtete am Donnerstag darüber hinaus, dass das Strafregister des Beschuldigten in Deutschland 17 Einträge enthält. Unter anderem wurde er 1994 im bayerischen Würzburg und 2013 in Braunschweig wegen Sexualdelikten an Kindern verurteilt.

Die deutschen Ermittler äußerten sich nicht zu weiteren Details. Aufgrund der laufenden Ermittlungen könnten „insbesondere keine Einzelheiten zu den konkreten Tatvorwürfen und zu den bisherigen Ermittlungsergebnissen mitgeteilt“ werden, erläuterte Wolters. (afp)



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